Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Hoyo de Monterrey Double Corona Gran Reserva Cosecha 2013

Heute Abend stand die Präsentation der Hoyo de Monterrey Double Corona Gran Reserva Cosecha 2013 auf dem Programm. Eine farbige Nacht mit Konzerten, Kunst, Bars und Buffets über das Gelände des Salón de Protocolo El Laguito verteilt, die Gelegenheit für Gespräche bot.

Unter den Gästen traf ich Beat Hauenstein, den neuen Oettinger Davidoff CEO. Die Tabakwelt sei klein, man kenne sich und spreche miteinander. Konkrete Kuba-Pläne habe er im Schreibtisch seines Vorgängers aber nicht vorgefunden. Der Zweck seiner Reise: Schauen und Lernen.

Die Präsentation der Hoyo de Monterrey Gran Reserva war eine Formsache, viel Substanzielles gibt Kuba bei Neulancierungen nie preis. Die Tabake dieser limitierten Havanna stammen aus der Ernte 2013 und wurden vom nationalen Tasting-Panel ausgewählt.

Es wäre theoretisch auch möglich gewesen, die Gran Reserva Cosecha 2013 gleich anzuzünden. Jeder Gast erhielt zwei Exemplare in einer schönen Holzschatulle. Doch kaum jemand brachte es übers Herz, die Kiste anzubrechen. Es macht erfahrungsgemäss auch keinen Sinn: Obwohl die Tabake gereift sind, wurden sie für die Herstellung noch einmal angefeuchtet, was eine Mikro-Fermentation einleiten kann und den Geschmack vorübergehend mit scharfen Noten zerstört. In Erinnerung geblieben ist mir eine Romeo y Julieta Churchill Reserva, bei der dieses Phänomen besonders krass auftrat. Wer noch ein oder zwei Jahre Geduld aufbringt, wird zweifellos mit einem weichen, cremigen Rauch belohnt.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Die heilige Erde

«Nuestra riqueza esta en la tierra», steht auf einem Plakat am Rand der Autobahn Richtung Pinar del Rio. Die Stadt im Westen Havannas ist das Eingangstor zur wichtigsten Tabakanbauregion Kubas. Die Reise von Havanna in den Westen dauert mit dem Auto etwa drei Stunden. Unterwegs verändert sich die Landschaft. Mehr Natur, weniger Zivilisation, die Häuser werden einfacher (eindrücklich ist jedoch, wie perfekt jede Veranda aufgeräumt und sauber ist), die Autos klappriger. Es hat Ochsen und Pferdegespanne.

Übersetzt bedeutet die Parole an der Autobahn: «Unser Reichtum liegt in der Erde». In Pinar del Rio dreht sich alles um den Tabak und den Boden, auf dem er gedeiht. Den Besucher, auch wenn er nicht zu ersten mal hier ist, überkommt eine gewisse Andacht beim Anblick der prächtigen Felder.

«Die Einzigartigkeit unserer Anbauregion beruht auf zwei Faktoren», erklärt uns Tabakbauer Iván Máximo Perez, den unsere Festival-Gruppe heute besuchen darf. «Unsere Böden sind sauer mit pH-Werten zwischen 5.5 und 6.5. Und zweitens: die Temperatur hat im Tagesverlauf einen Ausschlag von etwa 10 Grad.» Die Kombination dieser beiden Eigenheiten führe für die Pflanzen zu einem «positiven Stress» und lasse sie ihre einzigartigen organoleptischen Eigenschaften ausprägen. «Es gibt bessere Böden für den Tabak, aber der Schlüssel ist die Temperatur-Amplitude».

Der Betrieb von Iván Máximo Perez gehört mit fünf Hektaren zu den grossen des Landes und ist als «Vega de Primera» klassifiziert, womit seine Tabake auch in die Cohiba-Produktion gelangen können. Iván Máximo ist stolz, selbstbewusst und – sympathisch für Kuba – er beantwortet alle Fragen.

Die diesjährige Ernte werde voraussichtlich nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie letztes Jahr ausfallen, sagt er uns. Der Klimawandel sei für die Landwirtschaft generell ein Problem. Mehr Wärme führe auf seinen Betrieb bezogen zu mehr Schädlingen und höherem Krankheitsrisiko. Medio-Tiempo-Tabake für die Cohiba-Behike-Serie sei weiterhin knapp, die Einführung spezieller Pflanzungen werde jedoch untersucht. Gleiche Antwort wie vor einem Jahr.

Iván Máximo offeriert uns eine hauseigene Zigarre, die er persönlich gerollt hat. Jemand möchte von ihm wissen, wie man sie richtig anzündet: Mit Zedernholz, einem Jetflame-Feuerzeug? Con una candela, mit einer Flamme, weist uns der Meister an.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

50 Jahre Trinidad: Drei neue Formate zum Geburtstag

Händler, Importeure, Zigarrenfans: Alle sind wieder nach Havanna gereist um das grosse Fest der kubanischen Zigarre zu begehen. Das Festival del Habano findet dieses Jahr zum 21. Mal statt und lockt über 2’000 Gäste aus der ganzen Welt an.

In den Mittelpunkt stellt Kuba dieses Jahr den 50-jährigen Geburstag der Marke Trinidad. Ab 1969 verschenkte Kuba Trinidad-Zigarren an Staatsgäste und Diplomaten. Erst 1998 gelangten die ersten Trinidad in den Verkauf. Trinidad hat damit eine ähnliche Geschichte wie Cohiba und auch ihre Reputation als Edel-Marke ist mit jener von Cohiba vergleichbar.

Zum Geburstag spendiert Kuba der Marke Trinidad drei neue Formate: Esmeralda (53 x 145 mm), Media Luna (50 x 115 mm) und Topes (56 x 125 mm). Mit der Topes überführt Trinidad die sehr erfolgreiche Edición Limitada 2016 in das Standardsortiment. Allerdings wird der Blend, wie immer in solchen Fällen, nicht dem Original entsprechen.

Weitere Marken lancieren am Festival Neuheiten: Punch erhält ein Short-Robusto-Format namens Short de Punch (50 x 120 mm). Cohiba Novedosos (15 x 156 mm) heisst ein neues, langes Robusto-Format, das exklusiv über Casa del Habanos und Habanos Specialists vertrieben wird. Die San Cristobal 20 Aniversario feiert das 20-jährige Jubiläm der Marke San Cristobal. Diese Neuheit wird den Läden der Casa del Habano-Franchise vorbehalten bleiben. Montecristo, Ramon Allones und Quai d’Orsay bringen 2019 Ediciónes Limitadas auf den Markt.

Freunde des besonders Raren und Edlen dürfen sich auf die Hoyo de Monterrey Double Coronas Gran Reserva Cosecha 2013 freuen. Zum 500-jährigen Geburtstag von Havanna erscheint ein limitierter San-Cristobal-Humidor. Und auch der Trinidad-Geburtstag wird mit einem Sonderhumidor geehrt.

Wie wir an der heutigen Pressekonferenz gehört und gesehen haben, geht Kuba neue Wege beim Packaging. Die Ediciónes Limitadas sind in farbigen Holzkisten verpack, die San Cristobal 20 Aniversario in einer Schatzkiste.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Der kubanische Schachmeister am 8. März in Zürich

Ich bin vor einer Woche in Kuba eingetroffen, genoss ein paar freie Tage und widmete mich ausserdem dem Schachspiel. Ich durfte dabei auf die Hilfe von Grossmeister Roberto Pantoja (links im Bild) zählen, der sich bemühte, mir den einen oder anderen Kniff beizubringen. Bei der kubanischen Landesmeisterschaft, die vor einer Woche ausgetragen wurde, erreichte mein Trainer den zweiten Platz.

Noch besser spielte nur der 18-jährigen Grossmeister Carlos Daniel Albornoz (Bildmitte). Die neue Nummer 1 aus Kuba spielt in den kommenden Tagen ein Turnier in der Schweiz und am 8. März haben wir ihn zu uns nach Zürich eingeladen, wo er zu einem Simultan-Schachturnier antreten wird.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Partagás-Gala

Die Galanacht zum Abschluss des XX. Festival del Habano war der Marke Partagás gewidmet. Gefeiert wurde die Erweiterung der Partagás-Maduro-Linie um zwei neue Formate. 1500 Gäste dinierten in einer riesigen Halle an festlich geschmückten Tischen, empfingen aus den Händen schöner Kubanerinnen nach jedem Gang eine neue Zigarre, genossen ein farbiges Showprogramm und nützten die Gelegenheit für ein Schwätzchen hier und da.

Ercan Hazar aus Wien wurde als Hombre del Habano ausgezeichnet. Habanos würdigte seine Erfolge als umsatzstärkster Habanos-Händler Österreichs. Mit der Auszeichnung bedankte sich Kuba auch für eine Spende an das Tabakmuseum in Havanna in Form von Zigarrenraritäten mit einem geschätzten Wert von über 100’000 Euro. Zudem wurde Hazars Einsatz im Kampf gegen die Anti-Tabak-Regulierungen in Österreich hervorgehoben.

Der Rum wurde serviert, und als auf der Bühne die Orishas gross aufspielten, sprang der Funke auch bei den abgeklärten Alles-schon-einmal-erlebt-Veteranen des Festivals über. Dann das traditionelle Finale der Galanacht: die Versteigerung der Sonderhumidore zu Gunsten des kubanischen Gesundheitssystems. Für jeden Geschmack fand sich unter den künstlerisch gestalteten Einzelstücken etwas. (Aber nicht für jedes Portemonnaie.) Richtig in Fahrt kam ein arabischer Gast, der gleich drei Humidore ersteigerte und dafür über 500’000 Euro nach Kuba überweisen wird. Der Gesamterlös der Auktion betrug über 1.4 Millionen Euro.

Die Zigarrenneuheiten des Abends hat Ihr Berichterstatter noch nicht geraucht, denn er nimmt seine Arbeit sehr ernst und will die neuen Formate mit frischem Gaumen geniessen. Das Festival ist zu Ende, aber noch nicht meine Zeit in Kuba. Ich freue mich auf letzte freie Tage an der Wärme und bedanke mich für die Aufmerksamkeit.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Wiedersehen mit Partagas-Maestro-Ligador Arnaldo Vichot Roja

Vor drei Jahren durfte ich für das Cigar Journal mit dem Partagas-Maestro-Ligador Arnaldo Vichot sprechen und ihn zu den Blending-Geheimnissen der kubanischen Zigarrenbranche befragen. Vor zwei Jahren wurde er als Hombre Habano ausgezeichnet, der höchsten Ehre der kubanischen Zigarrenindustrie. Heute traf ich den bald 88-jährigen Master Blender erneut und besprach mit ihm, was ich in Pinar del Rio über die Rückverfolgbarkeit der Tabake gelernt habe.

Für die Auswahl der Partagas-Tabake stützt sich Arnaldo Vichot auf zwei zentrale Kriterien: Die Blattstärke – Seco, Volado oder Ligero – und die Zone. Für die Zone unterscheidet er zunächst zwischen San Juan y Martinez (interne Bezeichnung V12) und San Luis (V13). Jede Hauptregion verfüge aber über Subzonen. In San Juan y Martinez gibt es deren neun, als Beispiel nannte er V12-46, das Kürzel steht für die Zone Santa Damiana.

Ich hakte nach und zeigte ihm das Foto der Etikette, die ich vorgestern in Pinar del Rio sah. Darauf ist keine Subzone vermerkt. Die Herkunft wird mit San Juan y Martinez angegeben. «Esta tarjeta es mal hecho», sagte dazu Arnaldo Vichot. Diese Etikette sei nicht korrekt ausgefüllt. Die Zonen-Information könne aber trotz der ungenauen Etikette weitergegeben werden, beispielsweise über die Faktura. In der Despalilla wird jeweils eine Zone nach der anderen fermentiert, das bestätigte auch der Leiter der Despalilla.

Gewisse Zonen umfassen «Vegas Primeras» mit den besten Qualitäten. Weitere Vegas produzieren zweite oder dritte Qualität. Arnaldo Vichot erklärte mir, dass Zigarren, die 20 Dollar das Stück kosteten, natürlich bessere Qualitäten enthalten würden als Zigarren, die nur die Hälfte kosteten.

Partagas sei eine kräftige Marke und deshalb würde er vornehmlich Tabake von San Juan auswählen. Das hat mich überrascht, da ich San Juan auch wegen der Hoyo de San Juan mit einer eher milden Charakteristik verband. Generell sei es aber gerade umgekehrt: In San Luis wachsen aromatische Tabake, die beispielsweise für Romeo y Julieta verwendet werden. Tabake aus San Juan sind öliger und kräftiger und für ihn als Partagas-Blender erste Wahl.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Besuch bei H. Upmann

Der Festival-Tross besuchte dieses Jahr die Fabriken H. Upmann und La Corona. Ich entschied mich für eine Visite bei H. Upmann. Dabei kam es zu einem Wiedersehen mit einer Dame der Qualitätskontrolle, die ich vor zwei Jahren schon einmal fotografiert hatte. Sie erzählte, dass sie seit vierzig Jahren in der Tabakbranche arbeitet. Sie war früher Rollerin, unternahm als Torcedora auch Reisen in verschiedene Länder. Schliesslich wurde sie Lehrerin für neue Zigarrenroller. Jetzt arbeitet sie in der Qualitätskontrolle. Mit ihrer Zugmaschine testet sie die Produktion von etwa 20 Rollern und zwar nicht Stichproben, sondern 100 Prozent der Produktion.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Die Ernte wird eingefahren

Am heutigen Dienstag besuchten die Festival-Gäste Pinar del Rio im Westen Kubas. Hier wachsen die Tabake, aus denen unsere geliebten Havannas gerollt werden. Verteilt auf Gruppen besuchten wir in diesem Jahr Farmen und Verarbeitungsbetriebe in der Region San Juan y Martinez, einer der beiden Subregionen der Vuelta Abajo. Unsere Tour führte uns zunächst in eine Escogida. Hier werden die Tabake nach Grösse, Qualität und Blattstufe sortiert, nachdem die Blätter auf den Farmen geerntet und getrocknet wurden.

Letztes Jahr bot sich hier ein spezielles Schauspiel. Arbeiterinnen sortierten fleissig kleine Tabakbündel. Als wir den Raum verliessen, stellten sie ihre Arbeit wieder ein. Sie spielten uns ihre Arbeit wirklich nur vor. Dabei war 2017 ein gutes Jahr. Was wir letztes Jahr erlebten, hängt mit dem Zeitpunkt des Festivals zusammen. Es fällt mitten in die Ernte, die Verarbeitungsbetriebe verarbeiten in dieser Phase aber noch die letzten Vorräte der Vorernte. Das Bild, das wir in diesem Jahr antrafen, war ein ganz anderes: Geschäftiges Treiben, Tabakstapel überall. Der Leiter der Escogida konnte das gute Gefühl, das uns vermittelt wurde, mit Zahlen unterlegen. Im Jahr 2016 verarbeitete sein Betrieb 160 Tonnen Tabak, letztes Jahr 230 Tonnen, dieses Jahr rechnet er mit 275 Tonnen, wobei es sich hier nicht um eine Planvorgabe handle, sondern um eine qualifizierte Schätzung basierend auf den Meldungen der Tabakbauern.

Für unseren Besuch hatte sich die Escogida auch dieses Jahr fein herausgeputzt. Als wir eintraten, setzte eine Vorleserin zu einem innbrünstigen Rezitat eines Gedichts über den Tabak an. Den Raum schmückten neben den üblichen Revolutionsparolen auch Zeichnungen und Gedichte über den Tabak, verfasst von den Mitarbeiterinnen des Betriebs, wie ich erfuhr. Und obendrauf: Ein riesiges Blumenherz zu Ehren Fidels. Alles sei genau so geplant worden für den heutigen Tag, erklärte mir die Vorleserin. Es sei selbstverständlich ein Schauspiel, das sie aufführten, dies sei ihre Art, uns mit Stolz ihre Arbeit zu präsentieren.

Ich erfuhr danach noch folgendes: Die von uns besichtigte Escogida wird von 222 Bauern mit Tabak beliefert. In ganz San Juan gibt es 26 Escogidas. Alle Tabake, die unsere Escogida in den nächsten Wochen erhält, werden gemischt, die Rückverfolgbarkeit zum Tabakbauern ist nicht mehr möglich. Ergo lassen sich nach dem Sortieren der Tabake nur noch 26 Zonen unterscheiden.

Nachdem die Blätter in der Escogida sortiert wurden, gehen sie weiter in nächsten Verarbeitungsbetrieb mit dem Namen Despalilla. Hier werden die Mittelrippen entfernt und die Tabake fermentiert. Wir besuchten den selben Betrieb wie im Vorjahr – die einzige Despalilla der Region San Juan. Auch hier stand der Betriebsleiter Red und Antwort zur Frage, ob die Tabake nach der Fermentation noch einzelnen Escogidas zuweisbar sei. (Meine «Investigativ-Fragen» wurden übrigens mit grosser Freundlichkeit und wie ich das Gefühl habe nach bestem Wissen und Gewissen beantwortet. Schon im Vorjahr fiel mir auf, dass das Klima offener und weniger ängstlich war als früher). Seine Antwort: Nein. Aus 26 Escogidas werden in der Despalilla neun Zonen, die man unterscheide und nicht vermische. Wir stehen vor einem Tabakballen, der fertig verpackt ist für die Reise nach Havanna. Auf der Etikette sind vermerkt: Die Blattkategorie, das Datum und als Zone: «San Juan y Martinez». Allgemeines Erstaunen und Werweissen.

Zum Abschluss besuchten wir die Tabakbauern Carlos und Herado Medina. Die beiden Brüder führen das Erbe des letztes Jahr verstorbenen Herado Medina Senior weiter, der 2006 als Hombre del Habano ausgezeichnet wurde. Die freundlichen Farmer und ihre Mitarbeiter führten uns voller Freude duch ihre Felder und das Trocknungshaus. Man müsste gar nicht fragen: Es ist eine ausgezeichnete Ernte. Am Ende werde ich gebeten, ein Familienfoto aufzunehmen. Dieses konnte ich bereits elektronisch übermitteln. Carlos Medina arbeitet nebenher in der Tabakforschung und hat einen Facebook-Account.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Stolz und Herrlichkeit

Der erste Festivaltag hielt für die Schweizer Gruppe eine weitere Überraschung bereit. Der Schweizer Habanos-Importeur Intertabak lud zu einem Tasting der neuen La Gloria Cubana Orgullosos Edición Suiza 2018 ein. Der Name «Orgulloso» (deutsch: stolz) nimmt auf den Markenname Bezug: Die Glorie / Herrlichkeit Kubas. Das Format mit dem rund zulaufenden Kopfende erinnert an die Punch Clasico Edición Suiza 2012 und ist in seinen Abmessungen in der Tat identisch mit der früheren Schweizer Regionales-Zigarre (50 x 18.4). Ein schönes Format und eine schöne Marke, die zuletzt von Habanos äusserst stiefmütterlich behandelt wurde. Die bei vielen Aficionados wegen ihres milden Charakters beliebte La Gloria Cubana Medaille d’Or No. 2 ist definitiv vom Markt verschwunden, im Standardportfolio von La Gloria Cubana übrig geblieben ist nur die recht kleine und sehr schlanke Medaille D’Or No. 4.

Die nur für die Schweiz produzierte Zigarre wird in einer Auflage von 6000 Kisten à 10 Zigarren im Laufe des Jahres auf den Markt kommen. Zeitpunkt und Preise sind noch unbekannt. Zu erfahren war, dass Habanos dem Schweizer Importeur jeweils stolze Einstandspreise verrechnet und es keinen Verhandlungsspielraum oder gar ein Mitspracherecht gibt. Im Falle der Sancho Panza Valientes Edición Suiza 2017, die aktuell auf dem Markt ist, verzichtete Intertabak gar auf einen Teil der sonst üblichen Marge, um einen noch einigermassen vernünftigen Endkonsumentenpreis zu ermöglichen.

Unsere Testzigarren waren vermutlich frisch bis sehr frisch. In der ersten Hälfte entwickelten sie einen nussigen Grundgeschmack mit Eindrücken von Kaffee, Röstnoten und Süsse. In der zweiten Hälfte setzte Würze ein, die sich im weiteren Verlauf zu einer unangenehmen Schärfe wandelte. Alles ganz normal für eine junge Zigarre, etwas Lagerzeit wird aus der La Gloria Cubana Orgullosos eine sehr gute milde Havanna machen.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Neuheiten Lineup 2018

Die Pressekonferenz am Montag Morgen eröffnete das XX. Festival del Habano und gab einen Überblick über das Programm und die uns erwartenden Zigarren-Neuheiten.

Die Cohiba Robusto Reserva Cosecha (deutsch: Ernte) 2014 wird heute Abend präsentiert. Die Tabake dieser Zigarre sind mindestens drei Jahre gereift. Sie wird in einer Auflage von 5000 nummerierten Kisten à 20 Kisten produziert und dürfte ein «save bet» sowohl geschmacklich als auch hinsichtlich ihrer Wertentwicklung sein. Freuen dürfen wir uns auch auf eine Erweiterung der Partagás-Maduro-Serie: Die Partagás Maduro No. 2 ist ein Torpedo-Format mit dickem 55er Ringmass (12 cm Länge). Die Maduro No. 3 hat die Abmessungen 50 x 14.5 cm) und ist somit etwas länger und schlanker als die schon erhältliche Maduro No. 1 (52 x 13 cm).

Gute Nachrichten gibt es für die vielen Freunde der Hoyo de Monterrey Le Hoyo de San Juan. Der ersten Terroir-Zigarre Kubas – alle Tabake stammen aus der Vuelta-Abajo-Subregio San Juan y Martinez – wird eine grössere Schwester mit demselben Blend zur Seite gestellt: Die Hoyo de Monterrey Le Hoyo Rio Seco (56 x 14 cm). Erweitert wird auch die Vegueros-Linie. Herstellungsort der Vegueros Centrofinos (50 x 13) ist wie für die anderen Formate der Marke die Fábrica de Tabacco Torcido «Francisco Donatien» in Pinar del Rio. Die Marke zeichnet sich durch ein gutes Preis-Leistungsverhältnis aus. Der Name «Veguero» bedeutet «Bauer» und ehrt die Tabakpflanzer in der Region Pinar del Rio.

Romeo y Julieta lanciert einen auf 450 Stück limitierten Humidor Romeo y Julieta Grand Churchills (siehe Bild). Gefertigt wird der Humidor vom französischen Edelschreiner Elie Bleu. Die Romeo y Julieta Grand Churchills (56 x 19 cm) sind in einer Goldfolie verpackt. Jeder Humidor enthält 100 Zigarren. Die drei Ediciones Limitadas des kommenden Jahres heissen Romeo y Julieta Tacos (49 x 16.8 cm, präsentiert im 25er Kisten), Bolivar Soberano (54 x 14 cm, 10er Kisten) und H. Upmann Propios (46 x 12 cm, 25er Kisten).