Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Punch Clasicos Edición Suiza-Tasting in der La Corona-Manufaktur

In Havanna hatte ich die Gelegenheit, die Punch Clasicos Edición Suiza in einem ganz besonderen Kreis zu rauchen. Habanos-Importeur Intertabak organisierte ein Tasting in der La Corona-Manufaktur, wo diese Zigarre gerollt wurde. Bei der Degustation mitgemacht haben: Ernesto Torres Armas, der verantwortliche Torcedor, der über die Hälfte der 40’000 Zigarren selber gerollt hat und das Torcedores-Team leitete, Testraucher, sogenannte Catadores, die bei der Auswahl des perfekten Blends mitwirkten und eine Rollerin, die schon in der Schweiz zu Besuch war.

Nach den ersten Zügen habe ich notiert: Süsse, Röstaromen, grüne Noten, eher mild, kühler Rauch.

Am Anfang einer neuen Habanos aus der Edición-Regional-Serie stehen die Vorgaben des Marketings, welche das Format mit der gewünschten Länge und dem Ringmass definiert. Mit diesen Vorgaben entwickelt ein Institut, das von den Fabriken unabhängig arbeitet, drei Zigarren, wobei sich alle drei Vorschläge an die Vorgaben der Marke halten – im Falle von Punch wird zum Beispiel ein halbes Blatt Ligero und ein ganzes Blatt Volado-Tabak verwendet. Diese drei Vorschläge gehen dann in die Fabrik, welche für die neue Havanna zuständig ist, im Falle der Punch Clasicos die La Corona-Manufaktur in Havanna. Fünf Catadores, die Testraucher der Manufaktur, entscheiden dann, welche Mischung verwendet wird.

Die Zigarre entwickelt nun charakteristische Punch-Aromen, Röstnoten, Kaffee, Süsse, grüne Noten, alles nur leicht angetönt. Der Rauch ist trocken, nicht cremig.

Zum Catador, der täglich Zigarren raucht, um die Qualität zu überwachen, wird man in der La Corona-Manufaktur durch einen Wettbewerb, der einmal jährlich stattfindet. Alle Mitarbeiter der Manufaktur dürfen daran teilnehmen, die Kistchenbauer ebenso wie die Torcedores, selbst der Koch aus der Kantine. In der Regel gibt es etwa 100 Bewerber für einen der fünf Jobs. In einem ersten Schritt müssen die Bewerber eine Zigarre rauchen und ihre Eigenschaften beschreiben. Wer hier zum Beispiel die Stärke falsch einstuft oder nicht erkennt, ob eine Zigarre süsse Noten hat, der wird ausgeschieden. Die 40 Bewerber, die dann noch übrig bleiben, müssen sich in Dreieck-Tastings beweisen und erkennen, welche Zigarre sich von den beiden anderen unterscheidet. Die Triangulationstastings werden so oft wiederholt, bis am Schluss fünf Catadores bestimmt sind, die diesen Job ein Jahr machen dürfen.

Die Punch Clasicos gewinnt im Rauchverlauf deutlich. Im Finale legt sie die grünen Noten etwas ab, in ihrem Bouquet finden sich Röst- und Tabaknoten, eine feine Süsse und ein frischer Kuba-Duft.

Seit gestern ist die Punch Clasicos Edición Suiza in der Schweiz erhältlich. Eigentlich hätte diese regionale Havanna-Spezialität längst auf den Markt kommen sollen. Schon im vergangenen August haben wir ein erstes Exemplar getestet. Dass es bis jetzt gedauert hat, lag an den Kistchen – eine erste Serie wurde fehlerhaft nach Kuba geliefert. Ein interessantes Detail: Auf dem Kistchen, das wir in Havanna gesehen haben, ist als Boxingdate März 2012 vermerkt, obwohl die Zigarren schon vor 4-6 Monaten gerollt wurden. Massgeblich für das Boxingdate ist also tatsächlich das Boxing und nicht, wann die Zigarren gerollt wurden. Insgesamt kommen 4000 Kistchen à 10 Zigarren auf den Markt. Die Kistchen sind einzeln nummeriert. Der Preis pro Kistchen beträgt CHF 250.00.

Punch Clasicos

Torcedor  Ernesto Torres Armas

Die Degustationsrunde

Tasting-Notizen, wie sie in der La Corona-Manufaktur offiziell verwendet werden.

Das geöffnete Kistchen

2.v.l. Yannick Goetschhy von Intertabak

Zum Abschluss ein Gruppenbild

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