Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Wiedersehen mit Partagas-Maestro-Ligador Arnaldo Vichot Roja

Vor drei Jahren durfte ich für das Cigar Journal mit dem Partagas-Maestro-Ligador Arnaldo Vichot sprechen und ihn zu den Blending-Geheimnissen der kubanischen Zigarrenbranche befragen. Vor zwei Jahren wurde er als Hombre Habano ausgezeichnet, der höchsten Ehre der kubanischen Zigarrenindustrie. Heute traf ich den bald 88-jährigen Master Blender erneut und besprach mit ihm, was ich in Pinar del Rio über die Rückverfolgbarkeit der Tabake gelernt habe.

Für die Auswahl der Partagas-Tabake stützt sich Arnaldo Vichot auf zwei zentrale Kriterien: Die Blattstärke – Seco, Volado oder Ligero – und die Zone. Für die Zone unterscheidet er zunächst zwischen San Juan y Martinez (interne Bezeichnung V12) und San Luis (V13). Jede Hauptregion verfüge aber über Subzonen. In San Juan y Martinez gibt es deren neun, als Beispiel nannte er V12-46, das Kürzel steht für die Zone Santa Damiana.

Ich hakte nach und zeigte ihm das Foto der Etikette, die ich vorgestern in Pinar del Rio sah. Darauf ist keine Subzone vermerkt. Die Herkunft wird mit San Juan y Martinez angegeben. «Esta tarjeta es mal hecho», sagte dazu Arnaldo Vichot. Diese Etikette sei nicht korrekt ausgefüllt. Die Zonen-Information könne aber trotz der ungenauen Etikette weitergegeben werden, beispielsweise über die Faktura. In der Despalilla wird jeweils eine Zone nach der anderen fermentiert, das bestätigte auch der Leiter der Despalilla.

Gewisse Zonen umfassen «Vegas Primeras» mit den besten Qualitäten. Weitere Vegas produzieren zweite oder dritte Qualität. Arnaldo Vichot erklärte mir, dass Zigarren, die 20 Dollar das Stück kosteten, natürlich bessere Qualitäten enthalten würden als Zigarren, die nur die Hälfte kosteten.

Partagas sei eine kräftige Marke und deshalb würde er vornehmlich Tabake von San Juan auswählen. Das hat mich überrascht, da ich San Juan auch wegen der Hoyo de San Juan mit einer eher milden Charakteristik verband. Generell sei es aber gerade umgekehrt: In San Luis wachsen aromatische Tabake, die beispielsweise für Romeo y Julieta verwendet werden. Tabake aus San Juan sind öliger und kräftiger und für ihn als Partagas-Blender erste Wahl.

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