Manuel Fröhlich Cigarren

Partagás 898 non-varnished

898

Im Jahr, als diese Zigarre gerollt wurde, dürfte ich meine ersten Havannas geraucht haben, eine Romeo y Julieta Churchill als allererste. Der Millenium-Bug hatte die Computer verschont, aber dafür die Havanna-Welt infisziert in Form des gefürchtet-schlechten Havanna 2000-Deckblatts. Von diesen Schwierigkeiten nahm ich als Rauch-Novize aber noch nicht Notiz. Ich kam damals auch noch nicht auf die Idee, Havannas für ein Langzeit-Aging einzulagern, und das Geld dazu hatte ich als Schüler erst recht nicht. So verdankte ich es einem edlen Spender, dass ich neulich in den Genuss einer Partagás 898 non-varnished Jahrgang 2000 gekommen bin.

Diese Havanna bedarf einiger Erklärung, denn es gibt sie heute nicht mehr. Habanos und Partagás leistete sich lange Jahre die Absonderlichkeit, zwei Zigarren namens 898 im Sortiment zu führen, mit dem Unterschied, dass die eine Kiste lackiert war, die andere hingegen nicht. Heute kann ich vermuten, dass diese Verpackungsvariationen auch mit der Lagerfähigkeit zu tun haben könnte; als Neuling habe ich dies einfach als charmant und kurios zur Kenntnis genommen. Man kann dies vielleicht auch im Hinterkopf behalten, wenn heute über die inflationäre Verwendung der Churchill-Bezeichnung usw. lamentiert wird.

Aber nun zur versprochenen Erklärung: Neben den unterschiedlichen Oberflächenbehandlungen der Kisten unterschieden sich die Zigarren auch durch ihre Mischungen. Die lackierte Kiste war ausgesprochen kräftig und gehaltvoll, eine gute Wahl für den routinierten Connaisseur, wovon man sich auch heute noch überzeugen kann, denn diese Variante der 898 gibt es immer noch. Die Mischung der 898 in der nicht-lackierten Kiste war hingegen eher mild, gleichwohl aber aromatisch. Diese nicht-lackierte milde Variante, deren Produktion vor einigen Jahren eingestellt wurde, haben wir nun also nach 13-jährigem Aging geraucht.

Das Raucherlebnis dieser ausgezeichneten Zigarre war für mich eine Offenbarung. Ich wähle diesen Begriff bewusst, denn mein Erfahrung mit gelagerten Zigarren ist noch relativ überschaubar, wenn wir in eine Region von 10 Jahren und mehr vorstossen. Interessant und neu war für mich, eine eher milde Mischung zu rauchen, die länger gelagert wurde. Aus mild wird nach 13 Jahren Lagerung: subtil, filigran, ätherisch. Doch die Aromen sind präsent, der Rauch ist weich und voluminös. Interessant auch unsere Beobachtung, dass sich die Zigarre langsamer raucht. Wobei nicht auszuschliessen ist, dass es an der besonders respektvollen Behandlung unsererseits lag. Und abschliessend war diese Raucherfahrung für mich auch aufschlussreich, weil diese Zigarre genau so alt ist, wie mein Rauchergedächtnis zurück reicht. Darauf kann man aufbauen.

Manuel Fröhlich Cigarren

Trinidad-Humidor für 172’000 Dollar

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Eignen sich die Spezialhumidore, die am Festival del Habano für einen guten Zweck versteigert werden, als Investment-Objekt? In der Regel wohl eher nicht; meistens sind es nämlich Habanos-Distributeure, welche die teuren Stücke von Cohiba, Montecristo etc. zu einem freundschaftlichen Charity-Preis erwerben. Die sechsstelligen Beträge übersteigen den tatsächlichen Sammlerwert.

Man kann aber auch hier Einzelstücke ergattern, die den Preis halten oder noch steigern können. Christie’s Genf hat gestern einen Trinidad-Humidor aus dem Jahr 2001 für 172’000 Dollar versteigert. Der Humidor wurde am Festival del Habano 2001 von einem griechischen Sammler für 90’000 Dollar erworben, wie Cigar Aficionado im aktuellen Cigar Insider schreibt. Der Humidor wurde von Fidel Castro signiert, was zur Werterhaltung beigetragen haben dürfte.

Neben diesem Top-Lot versteigerte Christie’s weitere Vintage-Zigarren, darunter einen Cohiba-Jar für 1470 Dollar. Auch «normale» Vintage-Zigarren wurden versteigert, die erzielten Preise sind aber wenig aussagekräftig, weil Angaben zu den Jahrgängen fehlen.

Manuel Fröhlich Cigarren

«Vom Stumpenland in die weite Welt»

In der «Schweiz am Sonntag» ist der Artikel «Vom Stumpeland in die weite Welt» erschienen. Die erstaunliche Geschichte Heinrich Villigers, der im Alter von 82 Jahren noch immer nicht genug hat vom blauen Dunst, wie es im Untertitel heisst. Journalist Beat Schmid hat Heinrich Villiger nach Indonesien zur Eröffnung eines neuen Tabakwerks begleitet. Schon heute beschäftigt Villiger in Indonesien 850 Mitarbeiter, in Zukunft sollen es 1150 sein.

In Indonesien werden Deckblätter ausgestanzt und auf Rollen, die sogenannten Bobinen, aufgezogen. Dieser arbeitsintensive Vorgang ist die Vorbereitung für die spätere maschinelle Stumpenproduktion bei Villiger in der Schweiz und in Deutschland.

Manuel Fröhlich Cigarren

Romeo y Julieta Churchill Reserva Cosecha 2008 ist eingetroffen

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Die Romeo y Julieta Churchill Reserva sind jetzt auch in der Schweiz eingetroffen. In den La Casa del Habano-Geschäften kann man sie bereits kaufen, Habanos-Specialist-Geschäfte können die Reserva-Zigarre seit heute bei Habanos-Importeur Intertabak bestellen, und wir nehmen ebenfalls ab sofort Vorbestellungen entgegen.

Wer sich erinnert: In unserer Degustation letztes Jahr nach dem Festival ist die Zigarre durchgefallen. Wir haben sie im falschen Moment, wohl mitten in der Sick-Phase probiert. Inzwischen ist über ein Jahr vergangen, möglicherweise gibt es sogar einen Zusammenhang mit der späten Auslieferung. Die Qualität der Tabake und die Erfahrung mit früheren Reservas und Gran Reservas verheisst eigentlich nur Gutes für Geschmack und Aroma.

Die verfügbaren Mengen sind sehr limitiert. Bei 5000 Kisten weltweit bleibt für den einzelnen Händler nicht mehr viel übrig. Deshalb ist man erfahrungsgemäss gut beraten, wenn man sich rasch für einen Kauf entscheidet. Kostenpunkt im 20er Kistchen: CHF 830.00.

Manuel Fröhlich Cigarren

«Let me tell you a secret about women and cigars …»

Schauspieler Aaron Eckhart, bekannt zum Beispiel aus «The Dark Night», spricht mit dem Guardian über Gott und die Welt. Und seine Leidenschaft, das Zigarrenrauchen. Auf die Frage, was denn die Frauen davon halten würden, antwortet er:

«So let’s say I’m dating a girl and at first she’ll have whatever concept of a cigar, and then let’s say we are intimate and so we kiss and stuff like that. By a week or two she will be begging to smoke a cigar before we kiss. It’s incredible! It’s an habitude. It becomes part of the intimacy which is extremely weird because you’d think it would be revolting. I mean, if you polled the public whether it was worse to beat your grandmother or smoke a cigar I don’t know who would win. People freaking hate cigars. And there’s a stigma with it, that you’re a certain kind of a person.»

Der ebenfalls bemerkenswerte Vergleich zwischen «Oma schlagen» und «Zigarre rauchen» rückt da fast schon in der Hintergrund …

Manuel Fröhlich Cigarren

Heinrich Villiger in der Basler Zeitung

Der 82-jährige Villiger-Chef Heinrich Villiger hat der Basler Zeitung ein längeres Interview gegeben, in dem er u.a. verrät, dass er nicht gerne Patron, oder noch schlimmer, «Grandseigneur der Tabakbranche» genannt wird. Daran wollen wir uns in Zukunft halten.

In diesem Ausschnitt nimmt Villiger Stellung zu den neuen Tabakregulierungen der EU («ein kafkaeskes Werk zur Strangulierung des Rauchens»):

Dann geht Ihnen der Gesundheitsschutz, wie ihn die EU will, zu weit?
Der EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, Tonio Borg, sagte, er habe nichts gegen den Tabak, wolle aber den Tabakgenuss so unattraktiv wie möglich machen. Aus diesem Grund sollen auch Aromatisierungstoffe verboten werden.

Was wäre daran so schlimm?
Man muss wissen, dass Tabakfabrikate auch durch sogenannte Aroma-stoffe verfeinert werden. Borgs Ansatz ist so, wie wenn man sagt, weil Zucker schädlich ist, lassen wir nur noch Wasser zu, Limonaden oder aromatisierte Mineralwasser dürfen nicht mehr hergestellt werden.

Übertreiben Sie nicht ein wenig?
Überhaupt nicht. Es geht der WHO um die Vernichtung der Tabakindustrie. Was passiert, wenn diese Zusatzstoffe verboten werden, können Sie gut am Beispiel von Schnupftabak sehen. Dieser wird mit Menthol aromatisiert, und die EU will Menthol verbieten. Nun gingen wir auf die Barrikaden und sagten, wenn Menthol verboten wird, ist die Industrie erledigt. In Deutschland sind das rund 120 Arbeitsplätze, hinzu kommt, dass mutwillig Traditionen kaputt gemacht werden. In Bayern oder auch in der Schweiz gibt es eine kleine Schnupftabakkultur. Sie ist gesundheitspolitisch völlig irrelevant.

Manuel Fröhlich Cigarren

Cohiba White

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Etwas Abseits der grossen Neuvorstellungen haben die Kubaner am Festival del Habano auch ein neues Cohiba Cigarillo vorgestellt. Es heisst Cohiba White und ist etwas milder im Geschmack als das Original in Orange, aber immer noch deutlich kräftiger als das ebenfalls in weiss gekleidete Mini Cigarillo von Davidoff (um diesen Vergleich kommt man wohl nicht herum). Über den Zeitpunkt der Markteinführung gab es in Kuba keine Informationen.

Manuel Fröhlich Cigarren

Davidoff Nicaragua

Im Cigar Aficionado «Cigar Insider» hat Davidoff CEO Hans-Kristian Hoejsgaard die Lancierung der «Davidoff Nicaragua» angekündigt. Die neue Zigarrenlinie wird ausschliesslich mit Tabaken aus Nicaragua gerollt. Die Fertigung findet in der Dominikanischen Republik statt.

“This is a major step for us to expand to a new territory. I wanted to develop products that were not necessarily origin specific or rigidly tied down to one specific place. Davidoff is a brand, not a territory. The challenge was to make sure that if we do a Nicaraguan puro, it has to have
the Davidoff twist of sophistication.”

Erstmals präsentiert wird die Davidoff Nicaragua im Sommer auf der amerikanischen Tabakmesse IPCPR. Danach wird die Linie zuerst in den USA und später in Europa eingeführt.

Bei der Entwicklung des Blends hat Davidoff auch Konsumenten miteinbezogen. Im deutschsprachigen Raum organisierte Artofsmoke ein Blindtasting. Ich durfte letztes Jahr ebenfalls Muster probieren, und habe den Geschmack als seidig-weich und floral in Erinnerung.

Manuel Fröhlich Cigarren

Mit eigens komponierter Musik: Avo «The Dominant 13th» Limited Edition 2013

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Avo Cigars, die Zigarren des Jazzpianisten Avo Uvezian, haben immer mit dem Musik-Thema gespielt. So tragen etwa die Formate der XO-Serie Namen aus der Musikwelt. Und die Limited Edition im Jazz-Trompeten-Look vom vergangenen Jahr war ein Grosserfolg. Die neuste Kreation von Avo heisst Avo «The Dominant 13th» Limited Edition 2013 und wird zusammen mit einem eigens komponierten Musikstück von Avo Uvezian ausgeliefert! Das Stück inspiriert die Zigarre – und umgekehrt. In der Schweiz kommt die Avo «The Dominant 13th» Limited Edition 2013 Mitte Mai in einer 13er-Holzkiste zum Preis von CHF 234.- auf den Markt.

Die erfolgreiche Marke AVO lanciert eine musikalische Cigarrenkomposition: «The Dominant 13th» heisst die neue Limited Edition 2013, welche von dem leidenschaftlichen Jazzmusiker und Cigarren-Connaisseur Avo Uvezian kreiert wurde. Komplex und anspruchsvoll ist ihre Charakteristik, genauso wie ihr Namensgeber, der berühmteste und dominierende 13. Akkord. Die innovative, prägnante Tabakkreation, im beliebten und beeindruckenden Toro Format, erglänzt in einem dunkelbraunen Deckblatt aus Ecuador. Der Geschmackverlauf der «Dominant 13th» beginnt mit Impressionen von dunkler Bitterschokolade und einer leicht salzigen Nuance. Es folgen Röst- bzw. Milchkaffeearomen mit einem angenehmen süssen Nachgeschmack, die den anfänglich salzigen Unterton ablösen. Die peruanischen Tabakblätter in der Einlage bieten ein Highlight mit herrlichen pfeffrigen und würzigen Noten. Im letzten Drittel des Rauchvergnügens sorgen erdige und komplexe Aromen dafür, dass «The Dominant 13th» den Sinnen unvergesslich bleiben. Auch musikalisch wird diese komplexe und reife Cigarrenkomposition von Avo Uvezian umgesetzt. Daher verspricht die neue AVO Limited Edition 2013 nicht nur, die Aficionados einer perfekt ausbalancierten Cigarre für sich zu gewinnen, sondern auch eine exzellente Hommage an den Jazz zu werden.

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Manuel Fröhlich Cigarren

Frühling

fruehling

Bei schönstem Frühlingswetter habe ich heute die neue Vegueros Entretiempos (110 mm, 5er Ring) geraucht. Die Schärfe der beiden schlankeren Formate fehlt hier zum Glück etwas. Der Geschmack ist kubanisch, relativ geschmeidig, weniger herb also als z.B. eine Quintero Favoritos. Jedoch dominieren mindestens ab dem zweiten Drittel bittere Noten, was hoffentlich noch auf das Konto ihrer Jugend geht. Zusammen mit einem Bier ganz leidlich.