Manuel Fröhlich Cigarren

Trinidad-Dinner-Vorschau und ein erster Blick auf die neue Trinidad Vigia

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Zwei Wochen vor dem Festival-Start hat Habanos SA letzte Informationen verschickt, die die Vorfreude weiter steigern. Das Trinidad-Dinner verspricht ein besonderes Highlight zu werden. Zum Dinner des 2-Sterne-Kochs Ron Blaauw serviert Habanos zwei Zigarrenneuheiten von Cohiba und Trinidad. Im beiliegenden Bild dürfte ganz rechts die neue Trinidad Vigia (54×110) zu sehen sein, neben der Coloniales und der kleinen Reyes ganz links (die beide im Trinidad-Sortiment bleiben dürften, während die Robustos T und Robustos Extra nicht mehr weiter geführt werden). Möglicherweise wird Trinidad auch einen neuen Markenauftritt präsentieren – auf dem Foto wirken die Bauchbinden gelber als jene der jetzigen Produktion. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um einen Fotoeffekt.

Havana, 10 February, 2014.- Only two weeks to go for the start of the most important annual event surrounding the best tobacco in the world in Cuba. Habano lovers will travel from all over to hear the secrets of a centuries-long tradition first hand and enjoy an unforgettable week. From 24 to 28 of February, Cuba will become the international scene for the XVI edition of the Habanos Festival.

Wednesday, 26 February will be the day on which top chefs and top Habanos make the best pairings between haute cuisine and the prestigious Trinidad and Cohiba brands. Chef Ron Blaauw, with two Michelin stars, together with the renowned sommelier Cuno Van’t Hoff, both from the Netherlands, will be responsible for the tribute dinner to the Trinidad brand to be held at the Museum of Fine Arts of Havana. Along with the new brand sizes, during the evening the presentation of a very special Cohiba Habano will take place, to be tasted for the first time by the attendees. Just as Blaauw says, “A Habano has something magical. We will create some refreshing dishes so there will be appetite for a close with a Habano”. For Van’t Hoff, “Trinidad has a medium to full bodied taste, spicy, with some coffee and chocolate aromas“. Both will have the support of chef Israel Gata, head of the kitchen at the Hotel Iberostar Parque Central in Havana.

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Manuel Fröhlich Cigarren

Die erstaunliche Wandlung der Vegueros Mañanitas

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Die Vorstellung der neuen Vegueros-Linie ist den Kubanern letztes Jahr missglückt. Man kann es nicht anders sagen, die Zigarren waren wirklich kaum rauchbar, bitter, zu jung. Das Publikum blieb danach etwas ratlos zurück und war sich nicht sicher, ob es eine wirklich schlechte Zigarre geraucht hatte, oder ob die Zigarren einfach noch zu jung, in der «Sick»-Phase präsentiert wurden.

Zurück in der Schweiz hatte ich dann das letzte Exemplar im März probiert, ohne neue Erkenntnisse hinsichtlich des Geschmacks.

Ein Jahr später wagte ich nun den nächste Versuch, mit einer Vegueros Mañanitas im Petit-Piramides-Format. Und siehe da, die Zigarre ist nicht wieder zu erkennen. Die Bitternoten sind komplett verflogen und haben einem weichen, fast cremigen Rauch Platz gemacht. Der Geschmack ist weiterhin floral, grasig-frisch, zusammen mit der Cremigkeit und etwas Süsse aber eine ganz gefällige Sache. Es fehlt ihr etwas an Körper, im Vergleich mit einer grossen Havanna, aber das ist schon Kritik auf hohem Niveau.

Auf dem Markt sind die neuen Vegueros bekanntlich noch nicht und es ist schwer zu sagen, woran es liegt. Falls die Kubaner tatsächlich die Produktion gestartet haben, mit der Auslieferung aber noch zuwarteten, dann haben sie alles richtig gemacht.

Manuel Fröhlich Cigarren

Kandidat für «Plagiat des Jahres»

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Kopiert zu werden ist ja bekanntlich eine Ehre, aber alles hat Grenzen. Für die oben abgebildete Neuheit aus dem Hause A. Flores (erhältlich u.a. bei Cigarworld) finde ich fast keine Worte. Konzept und Packungsgestaltung sind praktisch 1:1 vom kubanischen Original der Marke H. Upmann abgekupfert.

Selbst die H. Upmann-Goldmedallien hat A. Flores kopiert und sie um das eigene Logo drapiert. Beim Original von H. Upmann haben diese übrigens eine Bedeutung: sie stehen für Auszeichnungen an internationalen Ausstellungen, die der Marke in den langen Jahren ihrer Geschichte verliehen wurden.

Manuel Fröhlich Cigarren

«Sportraucher»

Einen Artikel mit Schmuntzelpotential habe ich heute auf Nordbayern.de gelesen. In «Geduldige Asche-Akrobatik» berichtet die Journalistin sprachgewandt und mit Liebe zum Detail über das «Zigarillo-Pokalrauchen» der «Sportraucher» des Nürnberger «Pfeifenclub Rauchschwalbe Reichelsdorf»:

Sofort zischen die Hölzer übers Reibepapier, entflammen und bringen die Zigarillos zum Glimmen. Die Köpfe der Teilnehmer verschwinden kurzzeitig hinter kleinen Rauchwolken. Es ist nahezu der einzige Moment des Abends, in dem es raucht. Denn: «Damit der Zigarillo möglichst lange brennt, zieht man nicht öfter an als nötig», verrät Willy Finzl (75). Und fährt fort: «Man darf die Glut nicht auf dem ganzen Aschekranz haben, sondern muss sie als Punkt im Kreis wandern lassen.»

Und so sitzen die Langsamraucher, da. Meist haben sie den Kopf zwischen den Schultern verborgen und drehen den Zigarillo in der schützenden Höhle aus ihren Händen. Ein Daumen verdichtet die Asche, damit die Glut nur am luftigsten Punkt gerade so noch glimmen kann. Der stupfende Finger färbt sich mit der Zeit grau von der Asche.

Der zweite Teil des Artikels beschäftigt sich mit der Szene der Langsamraucher, der die neuen Nichtraucher-Gesetze zugesetzt haben:

Doch egal ob Süddeutsche oder Weltmeisterschaft, es gibt kaum Zuschauer oder Fans, erklärt Berschneider: «Durch das Nichtraucherschutzgesetz, das in allen anderen Ländern ähnlich gehandhabt wird, dürfen in die Austragungsräume nur die Teilnehmer. Die Ehefrauen oder andere Fans müssen draußen bleiben. Nicht einmal eine Bedienung darf es geben.»

Dabei ist den Langsamrauchern gerade die Geselligkeit wichtig, erklärt der zweite Großschwarzenloher Vorstand, Gerhard Meyer (58): «Das Rauchen ist nur ein Teil. Wir haben viele weitere gesellige Veranstaltungen unter dem Jahr. Denn in unseren Clubs geht es um den Kontakt zueinander und sicherlich auch ein wenig um Heimat- und Brauchtumspflege.»

Manuel Fröhlich Cigarren

Neue Filthy Hooligan «on the way» und «better than ever»

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Die grasgrüne Alec Bradley Filthy Hooligan hat letztes Jahr für einige Aufregung gesorgt, auch bei uns im Shop. Das Magazin Cigar Aficionado verkündet jetzt eine Neuauflage dieser Limited Edition (New Filthy Hooligan On The Way), und auf Facebook verspricht Alec Bradley, die neue Charge sei «better than ever»:

The major difference this year is that the Nicaraguan candela wrapper has a year of age on it, which company founder Alan Rubin says changes the flavor profile.

«There’s a high level of sweetness to it,» Rubin told Cigar Aficionado, «and what happens over time is that off flavors like grassiness go away. So I think it’s a sweeter, less grassy flavor than last year.»

Manuel Fröhlich Cigarren

Hangout-Blind-Tasting (Beta-Test)

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Weil unser Twitter-Blind-Tasting-Veteran @smokysailor wegen eines logistischen Problems unser Tasting Ende Dezember verpasst hat, haben wir für ihn gestern eine Nachhol-Degustation mit unserer aktuellen Blinddegustations-Zigarre organisiert. Mit dabei war natürlich auch TBT-Gründervater @herrlaus.

Den kleinen Kreis nutzten wir, um mit Google Hangouts eine neue Plattform für das virtuelle Gruppen-Rauchen auszuprobieren. Google Hangouts ist ein Video-Konferenz-Tool, das automatisch jenen Teilnehmer gross ins Bild schaltet, der gerade am sprechen ist.

Uns hat es gestern viel Spass gemacht und wir glauben, dass es auch in grösseren Runden funktionieren könnte. Nach dem Festival-Trubel im Februar denke ich, können wir uns an die Organisation des 1. Hangout-Blind-Tastings «im grossen Stil» machen.

Manuel Fröhlich Cigarren

Neu im Cigar-Journal-Tastingpanel

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Vor ein paar Tagen wurde ich vom Magazin Cigar Journal angefragt, ob ich Interesse hätte, das Tasting-Team zu verstärken. Natürlich wollte ich – welcher Aficionado träumt nicht davon, Zigarrentester zu werden! Und so bin ich jetzt also stolzes Neumitglied des Cigar-Journal-Tastingpanels. Vor kurzem sind die ersten Muster eingetroffen und ich habe meine Testraucher-Tätigkeit aufgenommen.

Das Cigar Journal ist inzwischen von den grossen Tastingevents abgekommen, die Tester rauchen die Muster heute alleine, in gewohnter Umgebung und wenn Zeit und Stimmung ein objektives Urteil zulassen. Treffen gibt es weiterhin, sie sind aber nicht mehr die Regel und einzige Quelle für die Bewertungen im Magazin.

Die Muster sind bei mir mit einer neutralen Kennzeichnung, also blind, eingetroffen, zusammen mit einem Tastingfragebogen, der für jede Zigarre ausgefüllt wird. Neben Fragen zum Aussehen und der Verarbeitung liegt der Schwerpunkt auf der sensorischen Beurteilung und der abschliessenden Punktebewertung.

Es ist durchaus eine Herausforderung, eine faire Bewertung abzugeben. Mein erstes Muster (466) punktete mit einem ziemlich spektakulären Aroma und phasenweise cremigem Rauch, überhitzte aber schnell und war sehr flach im Geschmack. Umgekehrt die zweite Zigarre (646), die neben einem feinen Tabakgeschmack überhaupt nichts zu bieten hatte, aber als ultra-milde Zigarre sehr gut gemacht war und weder Bitterkeit noch Schärfe entwickelte. Ich versuche hier, die verschiedenen Aspekte zu würdigen, wobei mir persönlich der Körper einer Zigarre speziell wichtig ist.

Die Nummern stehen übrigens für die Codes, mit welchen die Muster markiert sind. Sobald ich weiss, um welche Zigarren es sich gehandelt hat, werde ich gerne auflösen.

Abgesehen vom Vergnügen, das mir diese neue Aufgabe bereitet, ist das Testrauchen natürlich auch ein Glücksfall für mich als Händler. Ich habe so die Gelegenheit, Neuheiten systematisch und unvoreingenommen kennen zu lernen.

Manuel Fröhlich Cigarren

«Las Segovias de Nicaragua, eine der Wiegen der Puro der ersten Welt»

In der spanischen Zeitung El País ist kürzlich der Artikel «Las Segovias de Nicaragua, una de las cunas del puro de primer mundo» über die Tabakindustrie in Nicaragua erschienen.

Entdeckt und mir mitgebracht hat diesen Artikel mein Spanisch-Lehrer. Ich habe ihn als Hausaufgabe übersetzt. Aus didaktischen Gründen bin ich möglichst nahe am Text geblieben, was einige Holprigkeiten erklärt. Jedoch glaube ich, dass der Text auch im Original kein stilistisches Meisterwerk ist.

Der Genuss einer Puro mit dem Geschmack von Süsse, Schokolade, fruchtbarer Erde oder einer Kombination ist eine «Kunst», welche in der Region Segovias de Nicaragua entsteht, an der Grenze zu Honduras, wo vier bekannte Marken gefertigt werden, die zu den weltweit führenden des Jahres 2013 gehören.

Eine vorteilhafte Erde für den Anbau von Tabak, kombiniert mit dem Grundwasser, die Sonne der Region Las Segovias in Nicaragua, das Mikroklima, das die Blätter umgibt und kunstfertige Hände haben aus der nicaraguanischen Puro ein Weltklasse-Produkt gemacht.

Die Marken Flor de las Antillas Toro, Padrón Family Reserve 85 Years, Rocky Patel Fifty Robusto und Tatuaje Cojonu 2012 Sumatra wurden 2013 vom Fachmagazin Cigar Aficionado unter die zehn besten der Welt gewählt.

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Manuel Fröhlich Cigarren

Aged Magnum 46 mit viel Süsse

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Neulich bekam ich Besuch von einem Kollegen des italienischen Magazins Cigarslover. Neben der Fachsimpelei zur Schreibarbeit in der Zigarrenbranche haben wir eine H. Upmann Magnum 46 mit Jahrgang 2005 geraucht. Und das war wieder einmal ein denkwürdiges Ereignis für mich.

Die Havanna hat sich schon deutlich in eine verfeinerte Aged-Richtung entwickelt. Der Geschmack wurde aber ganz erstaunlich von einer süssen Note dominiert, wie man das bei bei einer frischen Havanna derart ausgeprägt praktisch nie antrifft.

Manuel Fröhlich Cigarren

Kuba bleibt das Mass aller Dinge

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Es ist wohl keine wirkliche Überraschung: Die meistverkauften Zigarren des Jahres 2013 stammen aus Kuba. Wie jedes Jahr haben wir die Bestseller aus unserem Shop zusammengestellt, aufgeteilt nach Herkunftsländer und über alle Länder hinweg. Die Ergebnisse dürften ein ziemlich repräsentatives Bild des Schweizer Zigarrenmarktes abgeben. Und weil die Ranglisten auf den Umsätzen der jeweiligen Zigarren basieren, sind die Ergebnisse auch ein Qualitätsindikator und damit eine gute Ergänzung zu den Ranglisten von Magazinen wie Cigar Aficionado und Cigar Journal.

Unangefochten an der Spitze steht auch dieses Jahr der grosse Klassiker Partagás Serie D No. 4. Es ist eine Havanna für den erfahrenen Raucher, perfekt als Alltagszigarre geeignet, immer noch mit bestem Preis-Leistungsverhältnis. Auf Platz zwei folgt dieses Jahr die Montecristo Edmundo. Auch diese Havanna ist für viele Geniesser eine Alltagszigarre und erzielt so entsprechende Volumen; dabei hat die Edmundo etwas weniger Kraft als das Pendant von Partagás. Die beliebteste Figurado-Zigarre unserer Kunden war im vergangenen Jahr die Partagás Serie P No. 2. Sie klassierte sich auf Platz drei der meistgekauften Zigarren. Die in der Presse hochgelobte Montecristo No. 2 hat es hingegen nicht auf einen Bestseller-Rang geschafft. Die kleine Romeo y Julieta Mille Fleurs, die letztes Jahr noch auf Platz drei rangierte, ist dieses Jahr auf Platz zehn abgerutscht. Grosse Formate sind wieder gefragt.

Während im Vorjahr mit der Avo La Trompeta Limited Edition 2012 nur eine einzige Nicht-Kubanerin die Habanos-Phalanx durchbrach, waren es 2013 immerhin vier Formate. Beste Neueinsteigerin ist die neue Zigarrenlinie CAO OSA aus Honduras. Die grosse CAO OSA Lot 58 belegt den achten Platz, die kleinere CAO OSA Lot 54 Rang 13. Vertreten im Gesamtranking ist ausserdem die Winston Churchill Spitfire sowie die diesjährige Avo Limited Edition.

Diese beiden Formate führen denn auch die Rangliste der meistverkauften Zigarren 2013 der Dominikanischen Repulik an. Komplettiert wird das Siegertreppchen durch die Patoro Gran Añejo Reserva Belicoso. Im Mittelfeld tummelt sich eine bunte Mischung unterschiedlicher Marken. Neben den Oettinger-Davidoff-Marken Griffin’s, Avo und Zino Platinum ist die Bock von Villiger ein sicherer Wert für viele Kunden. Erfolgreich gestartet ist die Marke Aging Room, mit dem Format M356 Mezzo als Bestseller. Dass Davidoff erst im Mittelfeld auftaucht, wird der Marke eigentlich nicht gerecht. Es ist eine Folge der «Verzettelung der Kräfte»; das Sortiment ist derart gross, dass die einzelnen Formate nicht zu absoluten Bestsellern werden. Betrachtet man den Markenumsatz, steht Davidoff in der Dominikanischen Republik an der Spitze.

Einen durchschlagenden Erfolg feierte im vergangenen Jahr die Linie CAO OSA aus Honduras. Die Linie belegt die drei ersten Plätze auf der Jahres-Bestseller-Liste für Honduras. Dahinter folgen das Grossformat Camacho Criollo H1 und die Alec Bradley Black Market Filthy Hooligan Toro, die sicherlich vom Kuriositätenbonus profitierte. Beliebt waren ausserdem die Black Market- und Prensado-Serien von Alec Bradley sowie die Zigarren von Flor de Selva und Zino Classic.

Unser Zigarrenangebot aus Honduras und Nicaragua ist zugegebenermassen selektiv. Das Angebot auf dem Markt ist riesig und wächst jedes Jahr. Mit San Lotano haben wir eine der Trendmarken aus Nicaragua letztes Jahr in unser Sortiment aufgenommen. Gegen die Klassiker von Casa de Torres und Cumpay hatte die Marke aber keine Chance. Auf Platz eins der Nicaragua-Bestseller landete im vergangenen Jahr die Casa de Torres Torpedo, gefolgt von zwei Formaten von Cumpay, der Nicaragua-Linie von Maya Selva. Mit der San Lotano H Requiem Toro hat es San Lotano immerhin auf Platz fünf geschafft. Gut gestartet ist auserdem die Oliva Viejo Mundo. Das Corona-Format rangiert auf Platz zehn.