Manuel Fröhlich Cigarren

Rauchen wie ein König

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Die Zigarrengeschichte von Dänemark reicht über 300 Jahre zurück. Bald nachdem die Tabakpflanze aus Übersee nach Europa kam, wurde sie in Dänemark angebaut, als Alternative zu den teuren Importen. Nach der Kolonialisierung von Dänisch-Westindien, den heutigen United States Virgin Islands, die fast 250 Jahre andauerte, verfügten die dänischen Hersteller über eine direkte Bezugsquelle in der Karibik. König Christian IX von Dänemark, der im Jahr 1863 gekrönt wurde, war ein grosser Zigarrenliebhaber, der sich eine eigene Zigarrenline fertigen liess. Den Höhepunkt erreichte die Industrie in Dänemark im Jahr 1921 mit 1518 registrierten selbständigen Zigarrenmanufakturen. Die nach dem zweiten Weltkrieg einsetzende Mechanisierung führte dann zur unvermeidbaren Konzentration. 1961 schlossen sich die letzten Firmen zur Scandinavian Tobacco Group STG zusammen, in deren Portfolio sich heute u.a. die Marke CAO befindet.

Diese Fakten und viele weitere Details zur Geschichte der dänischen Zigarrenbranche präsentiert das Unternehmen Royal Danish Cigars auf seiner Website. Die erst vor kurzem gegründet Firma um Jan von Vistisen will die dänische Zigarrenkultur neu beleben. Die Blends der Zigarren orientieren sich an dänischen Traditionen, gefertigt werden sie in Costa Rica. Der Start ist geglückt: Das Cigar Journal berichtete in der letzten Ausgabe ausführlich, die Royal Danish Regal Blend Queens No. 1 wurde mit 91 Punkten bewertet.

Zur Aufmerksamkeit, welche die Marke generierte, dürfte auch die Gold-Version der Queens No. 1 beigetragen haben. Mit Gold umhüllte Zigarren kennen wir bereits; Royal Danish Cigars krönt das Bling-Bling-Konzept mit zusätzlich applizierten Swarovski-Steinchen. «Smoke like a King» lautet der passende Slogan.

Im September wird die Royal Danish Cigar via Importeur Säuberli auch in der Schweiz auf den Markt kommen. Und so kam es, dass ich vor ein paar Tagen in den Genuss meiner allerersten Gold-Zigarre (Stückpreis: CHF 90.-) kam. Vorneweg: Das Gold ist nicht geschmacksrelevant, es verbrennt nicht und hinterlässt auf der Asche eine hübsche Verzierung. In der Goldzigarren-Szene gibt es übrigens Kontroversen zur Umhüllungstechnik. So lernte ich, dass eine komplette Goldummantelung, wie sie z.B. Daniel Marshall einsetzt, dem Rauchgenuss nicht zuträglich sei, weil die Zigarre nicht mehr atmen könne. Die Technik der Royal Danish Cigar vermeide dieses Problem. Die Zigarre selber hat mir gut gefallen; ausgewogen, mundfüllend, mit süssen Holznoten im Auftakt, mehr Cremigkeit im zweiten Drittel und Bitterschokolade im Finale.

Die unvermeidliche Frage lautet natürlich: Brauchen wir wirklich vergoldete Zigarren? Natürlich nicht. Doch so verhält es sich mit jedem Schmuck. Sicher ist: Diese Zigarre sorgt für viel Aufmerksamkeit, wo immer man sie anzündet.

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