Manuel Fröhlich Cigarren

Warum das Import-Monopol vor Fälschungen schützt

Die Juni-Ausgabe des Cigar Journals von Importeur 5th Avenue widmet sich dem Thema Fälschungen und gibt einige Tipps, wie man gefälsche Havannas erkennen kann. Seit ein paar Tagen ist das neue Journal bei 5th Avenue aufgeschaltet.

Das Fazit von 5th Avenue: Durch die technischen Fortschritte können heute gefälschte Zigarren oft nur noch erkannt werden, wenn man sie raucht.

Eigentlich ist es gar nicht so schwierig, sich vor Fälschungen zu schützen. Einfach im Fachhandel einkaufen, und im Internet darauf achten, dass die Bezugsquellen offen gelegt werden. Ob der Händler des Vertrauens das Vertrauen seiner Kunden tatsächlich verdient hat, zeigt in der Schweiz ein Blick in die Liste der Bezugsquellen des Habanos-Importeurs Intertabak. In Deutschland bietet die Seite Habanos-Specialist.de einen Überblick über die authorisierten Fachhändler.

Neben den offiziellen Importeuren treten in manchen Ländern kleinere Importeure auf, welche Havannas über Drittländer einführen und tiefere Preisniveaus in anderen Märkten ausnützen. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber nur die offiziellen Importeure können die Echtheit der Zigarren und optimale Lagerbedingungen über die ganze Versorgungskette hinweg wirklich garantieren.

Kommentare

  1. Sopur www.sopur.com

    Die Intertabak-Seite ist immer wieder eine Freude: wie hier über Neuigkeiten berichtet wird ist sensationell 😉

    Aktualitäten gibt es anscheinend keine und die Cohiba Maduro – hm – jaja, irgendwann wird sie schon auch ins Sortiment genommen werden…. Obwohl – die P2 oder RyJ Short Churchill fehlen auch immer noch…
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    Sopur

  2. Frank D.

    Zumindest in Ländern mit Preisbindung für Tabakwaren setzen die offiziellen Importeure aber auch (Monopol-)Preise, die nicht nur in der Wirtschaftstheorie stets über den Preisen bei freiem Wettbewerb liegen.

    In Spanien dürfen Zigarren genau wie in Deutschland nur zum Einheitspreis verkauft werden. Aber diese Preise unterscheiden sich erheblich, wobei mittlerweile einzelne Marken und/oder vitolas in Spanien sogar teurer sind, während die deutschen Preise etwa für Montecristo oder Trinidad nach wie vor erheblich höher liegen. Diese absurden Unterschiede gäbe es bei freiem Wettbewerb und Warenverkehr nicht.

    Die in Deutschland mittlerweile weitgehend eingedämmten „Grauimporte“ über Drittländer beruhten auf diesen Preisunterschieden. Im Gegensatz zur Schweiz können deutsche (und spanische) Händler heute keinen Preiswettbewerb mehr betreiben. Gerade bei Habanos ist aber insbesondere die Angebotsseite nach wie vor extrem reguliert. Es gibt keine kubanischen Zigarren von kleinen, unabhängigen Herstellern, keine Geheimtipps, keine Entdeckungen und somit auch kaum echte Dynamik in diesem Bereich. Marken, Produkte und Preise werden „gesetzt“.

    Kuba als Produzent kann sich das nur leisten, weil es auf der Welt so viele Raucher gibt (zu denen ich auch zähle), die man mit den tollsten Substitut-Stumpen anderer Provenienzen nicht zufriedenstellen kann. Dabei spielt der Preis kaum eine Rolle.

    Vom kubanischen Angebotsmonopol für ein nicht substituierbares Produkt und der entsprechenden Außenhandelspolitik in Verbindung mit der Gesetzlage im Einfuhrland profitieren dann die monopolistischen Alleinimporteure.

    Und so ist es wohl auch nicht nur die lautere Liebe zur Zigarre und die selbstlose Sorge um das Wohl des Rauchers, die monopolistische Importeure für die Echtheit ihrer Handelsware bürgen und vor Fälschungen warnen lässt. Schließlich hat man ja nur noch den Schwarzmarkt als Konkurrent.

    Typischerweise werden nur die Zigarren gefälscht, die besonders bekannt und teuer sind. Falsche Quinteros oder Cabañas haben wohl selbst die ruchlosesten Gauner Havannas nicht im Sortiment. Und die typischen gefaketen „Cohiba Espléndidos“ werden sicher selten von erfahrenen und kompetenten, aber extrem naiven Aficionados gekauft.

    Wenn ich in einem deutschen Fachgeschäft eine Kiste Diplomáticos oder La Gloria Cubana kaufe, empfinde ich dabei keine Dankbarkeit gegenüber dem Generalimporteuer 5th Avenue, weil nur diese gütige Macht dafür sorgen kann, dass ich echte kubanische Zigarren zu höchst fairen Preisen kaufen kann.

    Das Schöne am Zigarrengenuss bleibt natürlich, dass diese ganzen Aspekte auf einmal nicht mehr so wichtig sind, wenn man einen herrlichen Smoke hat, bei dem alles stimmt. Dann merkt man, worum es eigentlich geht.

    In diesem Sinne

  3. Manuel Fröhlich cigars.kaywa.com

    Natürlich habe ich im Beitrag unseren Importeuren etwas nach dem Mund gesprochen. Übrigens mit einigem Vergnügen: Wann hat man als Liberaler schon die Gelegenheit, ein Monopol zu verteidigen?

    Auf jeden Fall muss man Kuba zu Gute halten, dass die Havannas im Inter-Herkunftsland-Wettbewerb problemlos bestehen können, auch preislich. Das ist nicht selbstverständlich. Bestimmt hat auch das Engagement von Altadis der Havanna-Produktion etwas marktwirtschaftlichen Schwung verliehen..

    Und macht es einem nicht fast Angst, wenn man sich vorstellt, dass die Havannas nach einer Marktöffnung noch preiswerter und noch viel besser werden könnten?

    Wer sich vor Fälschungen schützen möchte, hat heute bei Produkten der offiziellen Importeure aber tatsächlich die grösste Sicherheit.

    Fälschungen sind nicht nur ein Mythos. Auch uns Händlern werden regelmässig seltene Zigarren, etwa ältere Ediciones Limitadas, angeboten, die sich beim Testrauchen mit grosser Wahrscheinlichkeit als Fälschungen herausstellen.. Diese Angebote kommen nicht nur von obskuren Quellen.

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