Manuel Fröhlich Politisches

«Cigars expected to be targeted by FDA regulation»

Vor vier Jahren kämpfte die US-amerikanische Tabakindustrie erfolglos gegen die Unterstellung der Branche unter die Aufsicht und Regulierungsmacht der «Food and Drug Administration» (FDA). In der Folge erliess die FDA etwa Verbote von Fruchtaromen in Zigaretten, so wie dies jetzt auch in der EU diskutiert wird.

Immerhin die Zigarren wurden von den Regularien ausgenommen, jedoch nur vorübergehend, weil die FDA auch die Begufnis erhielt, den Geltungsbereich ihrer Aufsicht bei Bedarf auf andere Tabakprodukte auszuweiten. Nun zeichnet sich ab, dass die Stunde auch für die Zigarrenbranche geschlagen hat, wie die Washington Post schreibt («Cigars expected to be targeted by FDA regulation»):

Nearly four years after it began regulating cigarettes, the Food and Drug Administration is poised to extend its reach to a broader range of tobacco products. At the top of that list: cigars, which have experienced a boom in recent years even as cigarette sales have declined, in part because of growing popularity among young people.

Aus der Sicht der Tabakbekämpfer und Regulatoren hat das eine gewisse Logik. Auf die Bestimmungen, die gegen Zigaretten gerichtet waren, reagierten die Hersteller gemäss Artikel, indem sie das Gewicht ihrer Produkte knapp über die Zigaretten-Zigarren-Grenze hoben, oder dem Zigarettenpapier Tabake beimischten, um nicht mehr als Zigaretten zu gelten.

“If they can’t figure out a way to keep this thing from being gamed, then they basically shouldn’t make any exemptions,” said Richard A. Daynard, a Northeastern University law professor and president of its Public Health Advocacy Institute.

Den Herstellern, welche Schlupflöcher ausnützen und neuen Zigaretten-Ersatzprodukte entwickelt haben, kann man wohl keine Vorwürfe machen, das ist die Logik des Marktes. Und wie es der Herr Professor sagt: Die Grenzen zwischen Zigarren und anderen Produkten sind immer willkürlich und ziehen «Spielchen» nach sich. Schön wäre es jedoch, wenn der gute Mann auch das Verhältnismässigkeitsprinzip und die Freiheit von Wirtschaft und Bürgern miteinbeziehen würde in seine Überlegungen.

Nun also dürfte die Zigarrenbranche selber ins Visier kommen. Die FDA wird im April mitteilen, wie es weitergeht.

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