Manuel Fröhlich Politisches

Bundesrat ist gegen Plain-Packaging

Die Plain-Packaging-Idee ist in der Schweiz angekommen. SP-Nationalrat Pierre-Alain Fridez hat diese via Motion lanciert. Dem Bundesrat geht Forderung jedoch «zu weit», wie 20 Minunten schreibt:

Der Bundesrat lehnt Fridez‘ Forderung ab, wie aus seiner Antwort auf den Vorstoss hervorgeht. In erster Linie gehen der Regierung neutrale Päckchen «zu weit».

Sie macht aber auch rechtliche Bedenken geltend: Gegen die australische Regelung hätten mehrere Länder bei der Welthandelsorganisation (WTO) geklagt. Die Klagen seien noch hängig. «Der Bundesrat wird diese Entwicklungen aus gesundheits- und wirtschaftspolitischer Sicht genau verfolgen», heisst es weiter.

Manuel Fröhlich Politisches

Drastische Steuererhöhung auf Zigarren und Cigarillos in Frankreich

Am Freitag hat die grosse Kammer des französischen Parlaments im Rahmen der Budgetdebatte zur Finanzierung der sozialen Sicherheit eine Gleichbesteuerung aller Tabakprodukte beschlossen. Mit dramatischen Konsequenzen für Cigarillos und Zigarren: Die Besteuerung von Premium-Zigarren erhöht sich von 28 auf 65 Prozent, der Verkaufspreis steigt dadurch um das Zweieinhalbfache. Die Seite Pourquoi Docteur zeigt an einem Rechenbeispiel den Preisanstieg einer Schachtel Cigarillos von 7 auf 17.60 Euro.

Der Entscheid fiel gegen den Willen der Regierung und spät am Freitagabend, als das Parlament nicht mehr voll besetzt war, wie mir ein Vertreter der Zigarrenindustrie erzählt hat, der die Debatte miverfolgte. Allerdings ist der Entscheid noch nicht endgültig – er muss nun vom der zweiten Kammer bestätigt werden.

Die französische Zigarrenbranche ist entsetzt und überrascht. Die Vereinigung der Tabakhändler rechnet mit der Schliessung von 1000 Geschäften.

Die neue EU Tabakrichtlinie, an die sich auch Frankreich halten muss, differenziert ausdrücklich zwischen Zigaretten und Zigarren, erlaubt aber jedem EU-Mitglied eine Verschärfung der Anti-Tabak-Massnahmen nach eigenem Gutdünken.

Manuel Fröhlich Politisches

Habanos SA rechnet mit Absatz-Verdoppelung nach Embargo-Ende

Cubadebate.cu berichtet heute über eine Pressemitteilung von Habanos SA zum US-Embargo. Darin wird Habanos SA Vizepräsident Jorge Luis Fernández mit der Schätzung zitiert, dass sich im US-Markt Habanos für jährlich 400 Millionen Dollar absetzen liessen, würde das Embargo fallen. Dies würde quasi einer Verdoppelung der Absätze entsprechen. Heute nimmt Kuba mit dem Export von Premium-Zigarren 447 Millionen Dollar ein.

En conferencia de prensa, Fernández aseguró que Cuba podría comercializar unos 170 millones de tabacos Premium (torcidos a mano) en el mercado de Estados Unidos.

La transacción reportaría cada año unos 380 millones de dólares a la economía nacional, insistió.

Fernández explicó que el mercado mundial del tabaco Premium está en el orden de los 400 millones de unidades, y el estadounidense resulta el de mayor consumo con 260-270 millones, cifra que representa casi el 70 por ciento del total.

Los aficionados estadounidense al tabaco compran habanos en otras naciones, al no estar disponible en la red de comercios, instalaciones turísticas o aeropuertos internacionales.

El funcionario isleño también comentó que Cuba debe erogar altas cantidades de divisas en la adquisición de productos fitosanitarios en terceros países, que se pudieran negociar directamente en Estados Unidos a un costo menor.

Manuel Fröhlich Politisches

Villiger-Portrait in der Berner Zeitung

Die Berner Zeitung hat am Samstag ein Portrait über Heinrich Villiger veröffentlicht. Seine aktuelle Präsenz in den Medien ist kein Zufall. Villiger setzt sich engagiert gegen das neue Tabakproduktgesetz ein leistet unserer Branche damit wertvolle Dienste.

Villiger bleibt leise, selbst wenn er über das geplante Tabakproduktegesetz spricht. Es sieht unter anderem Einschränkungen beim Sponsoring von Veranstaltungen vor, eine der wenigen verbliebenen Werbemöglichkeiten der Tabakbranche. «Uns Zigarrenfabrikanten stört, dass in der Schweiz nicht zwischen Zigaretten und Zigarren unterschieden wird», sagt er. 95 Prozent des Welttabakverbrauchs gehe auf Zigaretten zurück. «Somit verkaufen wir ein Nischenprodukt. Auch wird bei Zigarren in der Regel nicht auf Lunge geraucht», sagt er. Den Ärger über den neuen Gesetzesentwurf verpackt er in druckreife Sätze.

Manuel Fröhlich Politisches

Plain-Packaging-Pläne in Frankreich und eine gelungene US-Replik

Die französische Regierung forciert aktuell die Einführung von Plain Packaging für Tabakwaren. Schon im Jahr 2016 könnte es soweit sein, Frankreich wäre das erste europäische Land, das  die Abbildung von Marken auf Tabakverpackungen verbietet.

Die Berliner Zeitung schreibt heute in «Streit um Tabak: Frankreich will Markennamen auf Zigarettenpackungen verbieten» über die Pläne, und weiss auch von einem bemerkenswerten Brief, der in Frankreich aus den USA eingegangen sei.

Der Gouverneur des Bundesstaates North Carolina habe Frankreich darauf hingewiesen, dass die französischen Weinproduzenten umgekehrt auch nicht froh wären, würden die USA eine Vereinheitlichung der Alkoholverpackungen verlangen. «Bemerkenswerte französische Unternehmen wären empört».

Diese Drohung komme in Frankreich nicht gut an, heisst es im Artikel weiter. «Ein edler Château Margaux habe nun wirklich nichts mit schnöden Rauchstengeln zu tun (..)»

Ein edler Château Margaux hat jedoch sehr wohl etwas mit einer Havanna zu tun. Die Initiative des US-Gouverneurs ist grossartig, weil sie den Politikern einen Spiegel vorhält.

Manuel Fröhlich Politisches

«Zigarren-Villiger lädt zum Jassturnier»

… und nützt die Gelegenheit, im 20 Minuten-Beitrag auch auf den problematischen Entwurf zum Tabakproduktegesetz hinzuweisen, insbesondere auf die fehlende Differenzierung zwischen Zigarren und anderen Tabakprodukten:

Villiger ärgert sich auch darüber, dass der Bundesrat mit einem neuen Gesetz vorschlägt, Werbung für Zigaretten und andere Tabakprodukte weitgehend zu verbieten. «Wir tun uns schwer gegen diese Gesundheitsfanatiker», sagt Villiger. Zielscheibe des Bundesrats sei, dass weniger Zigaretten geraucht werden, weil der Rauch inhaliert werde. Aber auch grosse Zigarren, die nicht inhaliert würden, würden in denselben Topf geworfen. Würde das Gesetz angenommen, wäre er mit seinen Produkten in der Schweiz schlechter gestellt als in der EU. Dort würde zwischen sogenannten weissen (etwa Zigaretten) und anderen Tabakprodukten differenziert.

Manuel Fröhlich Politisches

Wegen «Verherrlichung des Tabaks»: Opernhaus setzt Carmen ab

In Australien, dem Land des Plain-Packaging, macht «West Australien Opera» mit der Absetzung der Oper Carmen Schlagzeilen, die Spiegel Online berichtet:

Eines der größten Opernensembles des Landes, die West Australien Opera, hat «Carmen» aus ihrem Repertoire verbannt. Der Grund: Die 140 Jahre alte französische Oper glorifiziere das Rauchen.
Die Truppe hat demnach einen Deal mit einer staatlichen Agentur, die Gesundheit fördert. Umgerechnet 278.000 Euro bekommen die Sänger für den Verzicht auf «Carmen» gezahlt. Der Agentur zufolge sei das Ensemble auf sie zugekommen – nicht andersherum.

In Australien entstand darüber immerhin eine Kontroverse, in die sich selbst der australische Premierminister empört eingeschaltet habe, wie es im Artikel weiter heisst.

Nun, die Verherrlichung des Tabaks betreiben wir hier täglich und mit einem reinen Gewissen. Ich habe deshalb einen Ausschnitt von Carmen als Video eingebunden. Die Arie heisst «Habanera», übersetzt «eine Frau aus Havanna».

Manuel Fröhlich Politisches

Heinrich Villiger in der NZZ: «Die Hatz gegen den Tabak»

Als die NZZ im August einen Gastkommentar zum neuen Tabakproduktegesetz von Präventimediziner Prof. Theodor Abelin publizierte («Die Tabakepidemie besiegen»), ärgerte sich Heinrich Villiger fürchterlich. In einer Replik vertritt er in der heutigen NZZ den Standpunkt der Tabakkonsumenten und -produzenten. Ein Auszug aus seinem Text «Die Hatz gegen den Tabak»:

Ausser den gesundheitlichen Aspekten sollten aber auch die wirtschaftlichen Konsequenzen des Krieges gegen den Tabak in Erwägung gezogen werden. Sie werden von der WHO völlig ausgeklammert, obwohl unbestritten ist, dass schon ein Minimum an Wohlstand zu einer besseren Gesundheit beiträgt. Nehmen wir einmal das Beispiel der weltweit 30 Millionen Tabakbauern, die insbesondere in den Ländern der Dritten Welt dank dem Tabakanbau ein bescheidenes Auskommen finden. Leider funktioniert das Argument, dass diese den Tabak durch ein anderes landwirtschaftliches Kulturgut ersetzen könnten, nicht. (..)

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Neues Tabakgesetz bedroht Art-Basel-Sponsoring von Davidoff

Die Basler-Zeitung schreibt heute über die möglichen Konsequenzen des neuen Tabakgesetzes für das Davidoff-Sponsoring der Kunstmesse Art Basel.

Davidoff musste sich vor vier Jahren als Titelsponsor der «Davidoff Swiss Indoors» zurückziehen, weil die weltweite Ausstrahlung des Tennisturniers zu gesetzlichen Konflikten in Ländern mit strengeren Werbeverboten führte.

Das neue Tabakgesetz will nun kurzerhand alle Sponsoring-Aktivitäten verbieten, die «eine grenzüberschreitende Wirkung» haben (Art. 15, Abs. 1 TabPG).

Im Falle des Davidoff-Turniers war das Problem nachvollziehbar – hätte man die Spiele nicht mehr übertragen können, wäre das gesamte Turnier bedroht gewesen. Aber braucht es für die Lösung solcher Probleme einen staatlichen Eingriff? Das Turnier hätte selber entscheiden können, ob es mit diesem Risiko leben will.

Das selbe gilt noch viel mehr für Veranstaltungen wie die Art Basel. Hier gibt es keine TV-Übertragung. Es geht höchstens darum, dass das Ausland «unangenehm berührt» sein könnte.

Manuel Fröhlich Politisches

«After 150 Years of Rolling Them, Tampa Is Close to No Cigars»

Via Reinhold Widmayer (Facebook) bin ich auf auf den Artikel «After 150 Years of Rolling Them, Tampa Is Close to No Cigars» aufmerksam geworden, der am Dienstag auf der Frontseite der New York Times erschienen ist. Es geht darin um J.C. Newman, das letzte Unternehmen, das in Tampa Zigarren produziert. Jetzt bangt J.C. Newman um seine Existenz, weil neue Regulierungen die Weiterführung des Geschäfts verunmöglichen könnten:

«We have gone through two World Wars, the Great Depression, the Cuban trade embargo, smoking bans, excessive taxation and competition from low-wage countries,» said Eric Newman, who with his brother Bobby, owns and operates the country’s oldest premium cigar business, founded in 1895 in Cleveland by his grandfather Julius Caeser Newman. «The toughest challenge of all these is the F.D.A. regulations.» (..)

Worum geht es: Die amerikanische Food and Drug Administration (F.D.A.) erhielt vor vier Jahren die Regulierungshoheit über die Tabakbranche. Zigaretten müssen seither ähnliche Zulassungsprozesse durchlaufen wie Lebensmittel und Medikamente.

Zigarren wurden vorläufig ausgenommen, die F.D.A. erhielt aber gleichzeitig das Recht, den Geltungsbereich der Regulationen bei Bedarf auszuweiten. Letztes Jahr zeichnete sich dann ab, dass die F.D.A. von dieser Option Gebrauch machen will.

J.C. Newman sieht sich durch zwei Vorschläge bedroht, die jetzt auf dem Tisch liegen: Einerseits sollen aromatisierte Zigarren neu einen Zulassungsprozess durchlaufen, der für die Produzenten nicht finanzierbar wäre. Zweitens will die F.D.A. wiederum eine Ausnahme für Premium-Zigarren machen, die Schwelle der Premium-Zigarren-Definition ist mit 10 Dollar pro Zigarre aber sehr hoch angesetzt, zusätzlich müssen die Zigarren vollständig in Handarbeit hergestellt werden, was bei J.C. Newman nicht der Fall ist.

Tampa, wie der Artikel weiter ausführt, war einst ein Hotspot der Zigarrenindustrie; von hier aus organisierte sich im 19. Jahrhundert die kubanische Unabhängigkeitsbewegung um José Martí.