Manuel Fröhlich Märkte

Das neue gelobte Land

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Villiger hat die Lancierung der neuen Marke «Villiger San’Doro» angekündigt. Die Linie wird mit Tabaken aus Nicaragua und Brasilien gefertigt, die Deckblätter stammen zum Teil aus Ecuador. Partner für die Fertigung ist in Nicaragua die Tabacalera Oliva in Estelí. Die Linie Villiger San’Doro Maduro wird von Villiger selber in Brasilien gerollt. Der Name ist abgeleitet von der Bezeichnung «Indorum sana sancta», was mit «Heilige heilende Pflanze aus Indien» zu übersetzen sei und früher als Bezeichnung für Tabak benützt wurde, wie Villiger schreibt. Die Markteinführung ist für den Herbst geplant.

Villiger ist nicht die einzige Firma, die nach Nicaragua drängt. Neue Nicargua-Linien haben noch für dieses Jahr auch die Marken Griffin’s und Avo Cigars (siehe Bild) angekündigt. Vega Fina hat diesen Schritt bereits vor einem Jahr gemacht. Den Erfolg der Davidoff Nicaragua hat die Konkurrenz sicher registriert.

Gefühlt schneiden Zigarren aus Nicaragua jeweils auch besser ab als Zigarren anderer Länder, wenn ich diese blind für das Cigar Journal teste. Ob das stimmt, zeigt eine kleine Analyse der letzten drei Tasting-Runden, basierend auf 35 blind getesteten Zigarren: Der Mittelwert meiner persönlichen Ratings liegt für Nicaragua bei 89.78 (14 getestete Zigarren); die Dominikanische Republik folgt knapp dahinter mit 89.46 (basierend auf 13 Zigarren). Honduranische Zigarren kommen bei mir auf einen Mittelwert von 87.2 (5 Zigarren). Bei Kuba ist ein Vergleich nicht sinnvoll, weil ich nur zwei Zigarren getestet habe. Der statistische Vergleich der Mittelwerte (T-Test) zeigt an, dass Nicaragua basierend auf diesen Ratings nicht signifikant besser abschneidet als die Dominikanische Republik. Das Ergebnis ist deshalb als zufällig zu betrachten.

Sicher ist, dass Nicaragua zur Zeit auf einer Erfolgswelle reitet. Der Nicaragua-Boom drückt sich auch in Zahlen aus. Inzwischen dürfte Nicaragua die Dominikanische Republik als grössten Zigarrenexporteur der Welt abgelöst haben (Kuba ist in diesem Wettstreit wegen des US-Embargos ohne Chancen). Und es zeichnet sich kein Ende ab, wie die Pläne von Villiger und Co. zeigen.

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