Aficionado Verschiedenes

10’000’000 täglich

10 Millionen Zigarren und Zigarillos werden in Deutschland täglich geraucht. Diese Zahl wurde heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlicht. Der Verbauch ist während der letzten zehn Jahre kontinuierlich angewachsen. Bleibt abzuwarten, wie sich das EU-Tabakwerbeverbot auf die Statistik auswirken wird.

Passend zur Thematik das Editorial der jüngsten Ausgabe des European Cigar Cult Journals:

Wieder ein Boom für Zigarren?

Ist die Welt der feinen Zigarre wieder heil oder täuschen die Statistiken? Mangels aussagekräftiger Zahlen in Europa ein vorsichtiges Ja. In Amerika jedenfalls ist die Premiumzigarre wieder im Aufschwung. Im Vorjahr durchtauchten die Importe mit 309 Millionen Stück handmade Puros die Zigarrenrezession der letzten Jahre deutlich und näherten sich den Werten von 1998, dem letzten Boomjahr in den Vereinigten Staaten. Der Zigarrenkonsum hat deutlich zugenommen.

Europa ist von einer ähnlichen Entwicklung noch entfernt. In Frankreich hat der Zigarrenabsatz auf relativ hohem Niveau zugenommen, doch gibt es hier wie auch in Deutschland wenig aussagekräftige Statistiken, weil es keine Differenzierung zwischen Longfiller, maschinengefertigten Zigarren und Cigarillos gibt. Die Steuerbehörden interessiert diese Differenzierung in der Besteuerung nicht, und die Zigarrenproduzenten geben aus wettbewerbspolitischen Gründen keine Produktions- und Exportzahlen bekannt. Daher gibt es nur Globalzahlen der offiziellen Statistiker. Die USA machen hier eine Ausnahme.
In Deutschland ist der Absatz von Zigarren und Cigarillos im Vorjahr um deutliche 16,7% auf 3,637 Milliarden Stück gestiegen, wobei der überwiegende Prozentsatz auf Cigarillos und cigarilloähn-liche Zigaretten (aber besteuert als Zigarren) entfällt. Der Long-fillerabsatz wird nirgendwo ausgewiesen. Er dürfte sich um die 20 Millionen Stück bewegen. Nicht aufregend gemessen an der Gesamtzahl, aber sicher beachtenswert hinsichtlich des Wertumsatzes.
Man kann daraus aber ablesen, dass mehr geraucht wird – trotz Steuererhöhungen und der immer feindlicheren gesellschaftlichen Umwelt. Aber auch, dass Cigarillos sich größter Beliebtheit erfreuen. Im Premiumbereich der Zigarren hängt der Absatz sehr stark von den Standorten des Tabakfachhandels ab, wobei der Preis eine große Rolle spielt. Im Mittelbau besonders, im Topsegment aber sicher nicht. Denn die wohlhabenden Raucher sind ja, Konsumflaute hin oder her, nicht ärmer geworden.
Die Zeichen für die Premiumzigarre stehen trotz der psychologischen und oft auch realen wirtschaftlichen Bedrückung der Konsumenten in Europa nicht schlecht. Die Qualitäten der Premiumzigarren sind in ihrer Gesamtheit noch nie so überzeugend gewesen wie in den letzten Jahren. Das gilt für alle wichtigen Erzeugerländer. An der Qualität kann es nicht liegen. Wohl aber an den Rauchgelegenheiten. Die fortschreitenden Rauchrestriktionen – diese haben selbst das Mutterland der Zigarre, Kuba, erreicht – sind alles andere als hilfreich für den räumlichen Rauchgenuss. Daher ist es so zwingend notwendig, der nationalen und EU-weiten Dauerbevormundung, was der mündige Bürger tun darf und was nicht, energisch politisch entgegenzutreten. Sonst wird es eines Tages wohl ein „Artenschutzabkommen“ der UNO für Raucher geben müssen.

Mit zigarrenfreundlichen Grüßen

Dr. Helmut Romè und Hans Dibold

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