Manuel Fröhlich Cigarren

Davidoff Escurio: Erster Eindruck

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Davidoff wird an der diesjährigen IPCPR im Juli eine neue Linie mit brasilianischen Tabaken lancieren. Der Name der neuen Serie wurde von Cigar Aficionado vermeldet: Davidoff Escurio. Er verbindet die Begriffe «Oscuro», die Bezeichnung für dunkle Deckblätter, und «Rio», die Stadt, die mit ihrem Charakter den Blend inspirierte. «Rio is a melting pot – there’s lots happening. When you start somewhere, you don’t know where you will end up», erklärt Davidoff Marketing-Chef Charles Awad gegenüber Cigar Aficionado.

Der Davidoff-Escurio-Blend vereint neben dominikanischen Tabaken und einem Eucador-Havanna-Deckblatt brasilianischen Cubra-Tabak (der Terminus für Cuban-Seed-Tabak, der in Brasilien kultiviert wird) und Mata Fina. Letzterer hat eine süsse Note, der Cubra-Tabak entwickelt eine gewisse Würze.

Ich konnte heute eine erste Davidoff Escurio Petit Robusto probieren. Der Auftakt des kurzen Formats ist feinwürzig und dicht, der Cubra-Tabak ist deutlich wahrnehmbar. Sein Geschmack hat neben der Würze auch etwas Bitteres. Die Davidoff Escurio unterscheidet sich hier nicht von anderen Zigarren mit Brasil-Tabak, etwa der Ibis Antiguo. Nach dem ersten Zentimeter beginnt sich die süsse Komponente zu entfalten. Dazu mischen sich holzige und würzige Noten und später Röstaromen. Bitter, Süss, Röstnoten und Würze, das ist der aromatische Vierklang dieser Zigarre.

Manuel Fröhlich Impressionen

Kaffeepause mit Ibis Antiguo

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Über die Geschichte der Ibis Antiguo habe ich schon vor vier Jahren geschrieben. Ibis Cigars war eine alte Marke, die über Umwege in den Besitz von August Schuster in Bünde überging. Schuster nützte die Marke Ibis, um eine Zigarre im Retro-Look zu fertigen, die mit ihrer Form, Machart, Verpackung und dem Logo an Zigarren erinnert, wie man sie zu Beginn des letzten Jahrhunderts geraucht hat. Der Geschmack ist herzhaft, kräftig, erdig und süss.

Ich war immer ein Fan dieser Zigarre, eine Packung nahm ich sogar mit nach Kuba, als Vorlage für eine Havanna-Eigenentwicklung. Auch bei den Kuden in unserem Geschäft ist die Ibis Antiguo ein Renner, seit wir sie ins Sortiment aufgenommen haben. Dazu trägt nicht zuletzt der Preis von 15 Franken für fünf Zigarren bei.

Manuel Fröhlich Cigarren

Griffin’s Club Serie III

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Die Griffin’s Special Edition Club Series III schliesst die Club-Series-Trilogie von Griffin’s ab, mit der die Ursprünge der Marke und der Griffin’s Club in Genf geehrt wurden.

Während die Griffin’s Club Series I eine sehr elegante und feine Zigarre war, entwickelt die Club Series III eine überraschende Süsse mit Röstaromen, Kaffee-, und Kakao-Noten. Zu den Eigenheiten dieser Limited-Edition gehört ausserdem ein weicher, öliger Rauch.

Für die ölige Textur des Rauches ist ein Habano-Deckblatt aus Ecuador verantwortlich. Einlage und Umblatt stammen aus Honduras und der Dominikanischen Republik.

Für meinen Geschmack eine sehr gelungene Zigarre. Sie ist limitiert auf 25’000 Zigarren und kostet im 10er Kistchen CHF 155.-.

Manuel Fröhlich Cigarren

Los Appenzellos

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Heute kam Besuch aus dem fernen Appenzell in unser Geschäft. Mit im Gepäck eine Zigarre, von der ich bisher noch nichts gehört hatte: die «Appenzello». Dahinter stecken die Marke Conde de Irazú und Brun del Ré, wo die Zigarre produziert wird.

Und siehe da, die kleine, dicke Zigarre schmeckt wunderbar. Gehaltvoll, mit Süsse, mir gefällt sie. 25 Stück der Appenzello habe ich spontan für unseren Humidor übernommen, sie sind ab sofort und solange der Vorrat reicht im Manuel’s erhältlich.

Manuel Fröhlich Cigarren

Neu degustiert: Ramon Allones Perfecto Edición Suiza 2014

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Die Ramon Allones Perfecto Edición Suiza 2014 ist heute bei uns und den anderen Habanos-Specialists eingetroffen und ich habe inzwischen ein erstes Exemplar probiert.

Ich hatte beim Proberauchen der frischen Zigarren noch keine Parallelen zur Ramon Allones Extra aus der Edición-Limitada-Serie festgestellt. Dieses Urteil würde ich nun etwas revidieren. Charakteristisch für die Edición Suiza ist eine prägnante Würze, die den gesamten Rauchverlauf begleitet, ganz ähnlich wie bei der Ramon Allones Extra. Unterschiede gibt es bei der Stärke: Die Perfecto entwickelt deutlich weniger Kraft. Dazu habe ich Noten von Kakao, Holz und Süsse wahrgenommen.

Ich habe ohnehin ein Faible für Retro-Zigarren; die Ramon Allones Perfecto gefällt mir aber auch geschmacklich sehr gut. Eine sehr schöne Havanna mit einem eigenständigen Geschmack.

Manuel Fröhlich Cigarren

Rauchen wie ein König

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Die Zigarrengeschichte von Dänemark reicht über 300 Jahre zurück. Bald nachdem die Tabakpflanze aus Übersee nach Europa kam, wurde sie in Dänemark angebaut, als Alternative zu den teuren Importen. Nach der Kolonialisierung von Dänisch-Westindien, den heutigen United States Virgin Islands, die fast 250 Jahre andauerte, verfügten die dänischen Hersteller über eine direkte Bezugsquelle in der Karibik. König Christian IX von Dänemark, der im Jahr 1863 gekrönt wurde, war ein grosser Zigarrenliebhaber, der sich eine eigene Zigarrenline fertigen liess. Den Höhepunkt erreichte die Industrie in Dänemark im Jahr 1921 mit 1518 registrierten selbständigen Zigarrenmanufakturen. Die nach dem zweiten Weltkrieg einsetzende Mechanisierung führte dann zur unvermeidbaren Konzentration. 1961 schlossen sich die letzten Firmen zur Scandinavian Tobacco Group STG zusammen, in deren Portfolio sich heute u.a. die Marke CAO befindet.

Diese Fakten und viele weitere Details zur Geschichte der dänischen Zigarrenbranche präsentiert das Unternehmen Royal Danish Cigars auf seiner Website. Die erst vor kurzem gegründet Firma um Jan von Vistisen will die dänische Zigarrenkultur neu beleben. Die Blends der Zigarren orientieren sich an dänischen Traditionen, gefertigt werden sie in Costa Rica. Der Start ist geglückt: Das Cigar Journal berichtete in der letzten Ausgabe ausführlich, die Royal Danish Regal Blend Queens No. 1 wurde mit 91 Punkten bewertet.

Zur Aufmerksamkeit, welche die Marke generierte, dürfte auch die Gold-Version der Queens No. 1 beigetragen haben. Mit Gold umhüllte Zigarren kennen wir bereits; Royal Danish Cigars krönt das Bling-Bling-Konzept mit zusätzlich applizierten Swarovski-Steinchen. «Smoke like a King» lautet der passende Slogan.

Im September wird die Royal Danish Cigar via Importeur Säuberli auch in der Schweiz auf den Markt kommen. Und so kam es, dass ich vor ein paar Tagen in den Genuss meiner allerersten Gold-Zigarre (Stückpreis: CHF 90.-) kam. Vorneweg: Das Gold ist nicht geschmacksrelevant, es verbrennt nicht und hinterlässt auf der Asche eine hübsche Verzierung. In der Goldzigarren-Szene gibt es übrigens Kontroversen zur Umhüllungstechnik. So lernte ich, dass eine komplette Goldummantelung, wie sie z.B. Daniel Marshall einsetzt, dem Rauchgenuss nicht zuträglich sei, weil die Zigarre nicht mehr atmen könne. Die Technik der Royal Danish Cigar vermeide dieses Problem. Die Zigarre selber hat mir gut gefallen; ausgewogen, mundfüllend, mit süssen Holznoten im Auftakt, mehr Cremigkeit im zweiten Drittel und Bitterschokolade im Finale.

Die unvermeidliche Frage lautet natürlich: Brauchen wir wirklich vergoldete Zigarren? Natürlich nicht. Doch so verhält es sich mit jedem Schmuck. Sicher ist: Diese Zigarre sorgt für viel Aufmerksamkeit, wo immer man sie anzündet.

Manuel Fröhlich Cigarren

Die neuen Vegueros sind da: Erste Eindrücke

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Die neue Vegueros Linie ist heute tatsächlich bei uns eingetroffen, über ein Jahr nach der Präsentation der neuen Linie in Havanna. Begeisterung machte sich bei der Vegueros-Vorstellung am Festival del Habano nicht breit. Die Zigarren waren scharf und fast nicht rauchbar. Doch die lange Wartezeit hatte immerhin zur Folge, dass wir bereits bei der Markteinführung Aussagen zur Reifeentwicklung der Zigarren machen können. Nach einem Jahr Lagerzeit konnte mich die Vegueros Mañanitas im Februar überzeugen.

Diese habe ich auch heute als erstes geraucht, um mir einen Eindruck über die erste Lieferung zu verschaffen. Die Zigarre schmeckte leidlich gut, entwickelte aber eine erhebliche Schärfe. Man kann sich die neuen Vegueros also durchaus schon anzünden, für den vollen Genuss braucht es aber etwas Lagerzeit.