Manuel Fröhlich Märkte

Zwei Zigarrengeschäfte weniger

Still und leise schliesst heute das Tabakgeschäft Nägeli Tabakbass an der Bahnhofstrasse 70 in Zürich seine Tore. Das Geschäft gehörte zur Davidoff-Gruppe. Offenbar hat das Unternehmen jetzt einen Nachmieter gefunden, der an einem raschen Einzug interessiert war. Intern hat Davidoff die Schliessung des Ladens erst vor ein paar Tagen kommuniziert.

Der Laden an der Bahnhofstrasse ist nach der Schliessung der Filiale am Bellevue das zweite Geschäft, das Davidoff in Zürich innerhalb kurzer Zeit geschlossen hat. Die Davidoff Gruppe ist in der Stadt Zürich aber immer noch stark vertreten. An einer sehr exklusiven Adresse direkt am Bahnhofplatz betreibt Davidoff den Flagship-Store Zigarren Dürr. Dazu gibt es ein Davidoff-Geschäft im Bahnhof, ein weiteres am ebenfalls sehr exklusiven Paradeplatz und schliesslich eine Filiale im Hotel Savoy.

In Zug zieht sich das Cigars and More nach einem Besitzerwechsel aus dem Zigarrengeschäft zurück. Aus der Zigarrenlounge soll eine Sportbar werden. Die Zigarrenbestände werden im Moment liquidiert. Auch der Online-Shop Cubaris.com ist nicht mehr in Betrieb.

Manuel Fröhlich Cigarren

Punch Supremos Humidor

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Die Punch Supremos Edición Suiza 2015 ist seit einigen Wochen im Handel. Am 8. Juni folgt die Lancierung des dazugehörigen Sonderhumidors. Ein spektakuläres Stück, das im Atelier von Humidores Habana entstanden ist, in der Form einer Zigarrenpresse. Jede Humidor enthält 50 Punch Supremos und ein Befeuchtung System Adorini Cigar Heaven 2nd Generation. Der Humidor ist auf 100 Stück limitiert und kostet CHF 3800.

Manuel Fröhlich Cigarren

Neue Habanos-Cigarillos: Montecristo Open und Partagas Serie Puritos

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Im Laufe des Sommers lanciert Kuba neue Cigarillo-Formate. Zum einen wird es von der Montecristo-Open-Serie neu Cigarillos in der Normal- und in der grossen Clubvariante geben. In der Schweiz ist die Markteinführung etwa im Juni geplant. Die Abbildung zeigt das Schachteldesign der Mini Cigarillos ohne die je nach Markt unterschiedlich gestalteten Warnhinweise.

Ebenfalls neu auf den Markt kommt ein Purito-Format (10.6 x 109mm) für der Serie der Partagas-Series-Cigarillos in der schwarzen Verpackung. Puritos werden wie Cigarillos maschinell als Shortfiller hergestellt. Während der Verkaufsstart in der Schweiz im Juni bis Juli sein wird, sind die Puritos in Deutschland ab sofort erhältlich. Habanos-Importeur 5th Avenue schreibt dazu:

Bei der Entwicklung aller Partagás Series Zigarillos stand die meistverkaufte Habano der Welt, die Partagás Serie D No. 4, Pate. Deshalb zeichnen sich diese Zigarillos durch ausgeprägte, erdig-pfefferige Aromen und einen intensiven Tabakgeschmack aus. Die Partagás Series Zigarillos richten sich dadurch vor allem an erfahrene Raucher von kräftigeren Premium-Zigarillos. Das neue Puritos Format ist aber auch als Zwischendurch eine echte Alternative für alle Liebhaber würziger Premiumzigarren.

Manuel Fröhlich Märkte

Generationenwechsel im Badener Tabakhaus

Die Aargauer Zeitung schreibt über den Generationenwechsel im Badener Tabakhaus. Trudi und Sepp With, bereits «weit im Pensionsalter», übergeben ihr Geschäft an ihre beiden Töchter:

(..) «Wir mussten gar nicht lange drüber reden, es hat einfach gepasst», meint der scheidende Patron. Das erstaunt: Hatten sich doch sowohl Denise als Projektleiterin bei der UBS und Michèle in führender Position auf einer Kommunikationsagentur vielversprechende Berufskarrieren aufgebaut. Und dann der Richtungswechsel in ein kleines, antiquiertes Detailhandelsgeschäft, das sich als eines der letzten in der Stadt gegen die Grossketten behauptet? «Wir haben hier schon in unseren Semesterferien ausgeholfen und lieben diesen Betrieb», sagen die zwei.

Manuel Fröhlich Cigarren

Verkaufsmodalitäten zum «Cohiba 50 Aniversario»-Humidor

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Zum 50. Jubiläum von Cohiba stellte Habanos anlässlich des diesjährigen Festival del Habano den exklusiven «Cohiba 50 Aniversario»-Humidor vor. Dieser wurde von der französischen Luxusmanufaktur Elie Bleu gefertigt, seine Oberfläche ist mit von Blattgold überzogenen Tabakblättern verziert, im Inneren verbergen sich 50 Stück des Spezialformats Cohiba Grandiosos mit 60-er Ringmass. Kurz, ein absolutes Sammlerstück, das in einer Auflage von 50 Exemplaren auf den Markt kommen wird und von welchem der Humidor No. 1 am Festival für EUR 320’000 versteigert wurde.

Die entscheidende Frage für geneigte Sammler und Käufer lautete seither: Wie kommt man zu einem der verbleibenden 49 Exemplare und was werden sie kosten. Ein Informationsschreiben des deutschen Habanos-Importeurs 5th Avenue bringt diesbezüglich nun Licht ins Dunkel. Demnach können die Habanos-Importeure aus aller Welt Gebote für maximal 15 Humidore abgeben. Jene Importeure, die am meisten bieten, kommen zum Zug.

Es wäre nun denkbar gewesen, dass die Importeure ihrerseits Händler um verbindliche Gebote bitten. Vermutlich aus rechtlichen Gründen – in Deutschland besteht eine Preisbindung für Tabakwaren – hat 5th Avenue für Deutschland aber einen festen Verkaufspreis von EUR 199’000 definiert. Händler, die an einem Kauf interessiert sind, müssen in Deutschland eine sechsstellige Vorauszahlung leisten. Theoretisch ist es möglich, dass andere Importeure höhere Gebote abgeben und der deutsche Markt leer ausgeht. Die Anzahlungen werden dann zurückerstattet. Ebenso kann aber auch der Fall eintreten, dass Deutschland zu hoch pokert und man in anderen Märkten «Schnäppchen» machen kann.

Über die Modalitäten in der Schweiz ist noch nichts bekannt. Kaufinteressenten dürfen aber gerne mit uns in Kontakt treten, damit wir gegenüber dem Schweizer Habanos-Importeur ein Gebot abgeben oder eine Reservation vornehmen können. Die Auslieferung der Humidore ist gemäss 5th Avenue für Oktober 2016 geplant.

Manuel Fröhlich Märkte

Live: Davidoff Jahresmedienkonferenz

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Davidoff hat heute zur alljährliche Jahresmedienkonferenz nach Zürich eingeladen. Zum Auftakt schaut CEO Hans-Kristian Hoejsgaard auf das vergangene Jubiläumsjahr zurück, in dem Davidoff sein 140-jähriges Bestehen feiern konnte. Das Unternehmen kehrte in diesem Jahr mit der Eröffnung des neuen Flagship-Stores an der Eisengasse in Basel zurück zu seinen Ursprüngen. Hier gründete Max Oettinger 1875 das Unternehmen. Ebenfalls im Jubiläumsjahr feierte Davidoff die Neueröffnung des ersten Davidoff-Geschäfts in Genf.

Der weltweite Premium-Zigarren-Markt war 2015 leicht rückläufig, wie Hans-Kristian Hoejsgaard berichtet (-1.8 Prozent). Asien verzeichnete ein Wachstum (+6 Prozent), ebenso wie die USA (+2 Prozent). Dafür war der europäische Markt rückläufig (-5 Prozent). Besonders schwierig präsentiere sich die Lage in Deutschland (zweistelliges Minus). Die Schweiz hielt sich hingegen gut (-1 Prozent). In diesem Umfeld schlug sich die Oettinger Davidoff Group erneut sehr gut. Das Unternehmen weist für 2015 ein weltweites Absatzplus von 10.5 Prozent aus.

Seit 2011 ist Davidoff somit um eindrückliche 50 Prozent gewachsen. Den Schlüssel für den Erfolg sieht Hoejsgaard in Innovationen wie die Lancierung der Davidoff Nicaragua. Vielleicht überraschend: Die umsatzmässig erfolgreichste Neulancierung seit 25 Jahren sei für Davidoff die Einführung der neuen Davidoff Winston Churchill-Linie gewesen. Hoejsgaard erinnert daran, dass Churchill in seinem Leben 350’000 Zigarren geraucht habe, leider habe man heute aber nicht mehr viele Kunden dieses Kalibers.

Unter den Eigenmarken von Oettinger Davidoff sticht weiterhin Camacho hervor. Die neue Camacho American Barrel Aged sei sehr gut aufgenommen worden. Im Falle von Camacho beträgt das Wachstum seit 2011 +126 Prozent. Insgesamt hat Davidoff 2015 45.8 Mio Zigarren hergestellt. Somit dürfte der weltweite Marktanteil am Premium-Zigarren-Markt von Davidoff knapp 10 Prozent betragen (Hoejsgaard schätzt den weltweiten Markt für Premium-Zigarren auf 500 Millionen Stück).

Um das Wachstum zu bewältigen, hat Davidoff im vergangenen Jahr investiert. In Nicaragua und Honduras kaufte Davidoff 150 Hektar Land. In der Schweiz zog sich Davidoff umgekehrt mit dem Verkauf von Contadis an Lekkerland aus dem Grosshandelsgeschäft zurück. Davidoff wolle sich auf das Kerngeschäft Premium-Zigarren konzentrieren, der Verkauf sei somit ein konsequenter Schritt.

Die Politik gebe aktuell sowohl Anlass zur Sorge als auch zur Hoffnung: Eine positive Nachricht aus der Schweiz: Hier wurde der Entwurf des Tabakproduktegesetzes vom Parlament zurück an den Bundesrat geschickt. Von den geplanten Werbeverboten wäre Davidoff mit dem Art-Basel-Sponsoring besonders betroffen. Sorgen bereitet Davidoff hingegen die bevorstehende Einführung der EU Tabakrichtlinie 2. Diese ist mit immensen Kosten (neue Verpackungen) und Unsicherheiten verbunden.

Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

Grosse Gala für Cohiba

Auf die Noche de Gala haben wir uns dieses Jahr besonders gefreut. Gefeiert wurde der 50. Geburtstag von Cohiba. Für die Gala rührte Habanos noch einmal mit der grossen Kelle an. Ein Menu mit fünf Cohiba-Zigaren als Begleitung, darunter der neuen Cohiba Medio Siglo im Petit-Robusto-Format (52 x 10.2 mm) und einer Cohiba Behike zum Dessert. Die Show gefiel, gross spielte Chucho Valdes auf dem Piano auf. Die Präsentbox, die wir gespannt inspizierten, enthielt ein gerahmtes Bild mit allen Cohiba-Anillas, vom ersten Desgin bis zur neusten Hologramm-Bauchbinde. Und als Höhepunkt erhielten die Gala-Gäste zwei Cohiba Majestuosos 1966 (58 x 150 mm). Diese Jubiläumszigarre wird in einem Sonderhumidor auf den Markt kommen, der auf 1966 Stück limitiert sein wird. Wer es noch exklusiver mag, kann den Erwerb eines Sonderhumidors «Cohiba 50 Aniversario» ins Auge fassen. Die Nummer 1 dieses auf 50 Stück limitierten Humidors, der von Elie Bleu gefertigt wurde, mit Blattgold veredelt ist und 50 nummerierte Cohiba 50 Aniversario (60 x 178 mm) enthält, wurde am Galaabend für 320’000 Euro versteigert. Wenn wir Glück haben, bekommt der Schweizer Markt von den verbleibenden Humidoren ein Stück, meinten die Kollegen von Intertabak. Ein schöner Schlusspunkt einer schönen Woche. Jetzt geniessen wir noch etwas die Sonne und die eine oder andere Havanna, bevor wir zurück in die Schweiz reisen.

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Manuel Fröhlich Zigarren-Festivals

El Laguito hat sich herausgeputzt

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Die Manufaktur El Laguito war ursprünglich ein Herrschaftshaus. Im Zuge der Revolution wurde es «nationalisiert» und das neue Regime liess darin eine Zigarrenroller-Schule für Frauen einrichten. Aus der Schule wurde eine Manufaktur, welche Havannas von bester Qualität für Fidel Castro persönlich oder Diplomaten rollte. Jene Zigarren, die später den Namen «Cohiba» erhielten. Der Geist der sozialistischen Revolution ist in El Laguito immer noch präsent. Dafür sorgt der Vorleser, der mit Engagement über die Geschichte des Hauses referiert. Dafür sorgt auch das eindrückliche Gebäude, das für das 50-jährige Jubiläum von Cohiba schön herausgeputzt wurde und von den Festival-Besuchern heute besichtigt werden konnte.

Während des Besuchs lief die Produktion der Cohiba-Formate Robusto, Esplendido und Lancero. Zum Behike-Engpass gibt es hier in Kuba verschiedene Theorien. Je nach Quelle fehlen entweder die Deckblätter oder das würzige Medio-Tiempo-Blatt. Sicher ist, dass die Cohiba-Behike-Serie im Moment kaum produziert wird.

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Der «Plan operative de Octubre 2015», der auf einer Informationstafel in der Manufaktur hängt, gibt einige interessante Einblicke in die Monatsproduktion. Die Zahlen sind allerdings interpretationsbedürftig. Die geplante Monatsproduktion der Behike-Formate könnte bei etwa 1000-1200 Stück pro Format liegen, wenn die Planzahlen in Stück angegeben sind. Interessant ist, dass El Laguito im Oktober auch bei der Produktion von «Massenware» wie der Montecristo No. 4 und No. 5 mithelfen musste.

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Zu Besuch bei Havana Club

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Am Mittwoch durften wir die Havana-Club-Destillerie in San José besuchen. An diesem Standort, etwa 45km entfernt von Havana, lagern die Fässer der älteren Destillate. Neben dieser Destillerie existiert noch eine grössere zweite im Süden der Insel. Dort wird der junge weisse oder dreijährige Havana Club produziert.

Bei unserem Besuch bekamen wir eine Ahnung vom «dynamischen Blendingprozess» von Havana Club. Damit ist gemeint, dass die Rums bei Havana Club stufenweise geblendet werden. Es kann zum Beispiel sein, dass die Fässer A und B nach X Jahren zusammengeführt werden; diese Mischung wird weitere Y Jahre in einem neuen Fass gelagert und am Schluss vielleicht noch zusammen mit einer anderen «Basis» – so nennt Havana Club die bereits geblendeten Rumbestandteile – zu Ende gereift. Die Altersbezeichnungen bei beziehen sich dabei stets auf den ältesten Rum. Was man in den riesigen Lagerhallen von Havana Club nicht findet, sind Rums, die über Jahrzehnte unberührt im selben Fass lagern. Das hat auch mit dem grosse Schwund zu tun, der bei Destillerien in Kuba klimabedingt 4-7 Prozent pro Jahr ausmacht.

Wie das Havana-Club-Blending funktioniert, durften wir anschliessend in der Praxis bei einer Degustation des neuen Havana Club Unión probieren. Neben dem Endprodukt konnten wir zwei der Basen degustieren, die einmal in jungen Fässern und einmal in über 60-jährigen Fässern ausgebaut wurden.

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Wieder eine schlechte Ernte

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Am Dienstag stand ein Besuch der Region Pinar del Rio im Westen der Insel auf dem Programm. Hier wächst der beste Tabak Kubas, hier werden die Tabake nach der Ernte getrocknet, sortiert, fermentiert und für die Zigarrenproduktion vorbereitet.

Unsere Gruppe durfte den Tabakbauern Alejadro Perez Cabrera in der Region San Luis besuchen. Der 72- Jährige ist Herr über 1.8 Hektaren Land und einen Familienbetrieb, der in einem normalen Jahr etwas über 3 Tonnen Tabak abwirft. Bei unserem Besuch war etwa die Hälfte der Ernte eingebraucht. Die Ernte sei normal verlaufen, erzählte der Bauer. Es habe bei der Aussaat viel geregnet, was nicht gut sei. Lieber haben die Bauern, wenn es eher trocken ist. So können sie bei Bedarf selber bewässern. Alejandro Perez Cabrera erwartet trotzdem eine normale, durchschnittliche Ernte.

Wie man in Havanna hört, teilen diesen vielleicht offiziellen Optimismus nicht alle. Man spricht von einer ziemlich schlechten Ernte. Auf zwei schlechte Jahre folgte letztes Jahr ein gutes und nun wohl wieder ein schlechtes. Eine Verbesserung der Liefersituation dürfen wir deshalb nur vorübergehend erwarten.

In einer Escogida, wo die Tabake nach dem Trocknen sortiert werden, wurde uns eine neue Fermentationskammer gezeigt. Im isolierten Raum herrschen Temperaturen von 33.9 Grad und 85 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit. Zu den Effekten des neuen Verfahrens haben wir keine schlüssigen Auskünfte erhalten. Der Zeitgewinn, der damit erzielt wird, dürfte nicht ausschlaggebend sein, denn eine natürliche Fermentation ohne maschinelle Unterstützung wäre in Kuba sicher wirtschaftlicher.