Manuel Fröhlich Cigarren

Grauimporte und das neue Habanos-Garantiesiegel

Das neue Habanos-Garantiesiegel steht vor der Einführung. Der Barcode für die eindeutige Identifizierung der Kistchen ist wie berichtet das wichtigste neue Sicherheitsmerkmal. Die Grauimporteure werden die Barcodes entfernen müssen, weil sie sonst ihre Lieferanten in Verlegenheit bringen.

In der Praxis dürfte sich aber nicht viel ändern, denn schon heute ist auf dem jedem Kistchen vermerkt, von welchem Importeur es eingeführt wurde. Ist der Importeur in der Schweiz nicht Intertabak, gibt es keine Sicherheit für die Qualität und Herkunft der Ware. Möglicherweise hat das Fehlen der Barcodes aber einen psychologischen Effekt, weil das Garantiesiegel durch das Entfernen der Codes sichtbar gebrochen wird.

Habanos Garantiesiegel

Kommentare

  1. Smoky

    Hallo Manuel

    Ich denke an dieser Stelle sollte mal darüber gesprochen was du unter „Grauimport“ verstehst!? Ich selbst verstehe unter Graumiport die Kisten welche mit Touristen, oder wie man das auch nennen mag, in die Schweiz gelangen und die nötigen Siegel erst gar nicht tragen. Solche Zigarren finden sich dann in Online-Auktionen zu einem Spotpreis wieder. Klar dass diese Zigarren also warscheinlich nicht die erste Qualität sind und nicht dem entsprechen was auf der Bauchbinde steht.

    Führt jedoch ein Zigarrengrosshändler, wie zum Beispiel die Säuberli AG, kubanische Zigarren in die Schweiz ein möchte ich wissen wo hier der Unterschied zur Intertabak liegt.

    Klar, die Intertabak wird „direkt“ von der Habanos beliefert und kann eine Garantie über die Herkunft geben. Dass die Säuberli AG jedoch Generalimporteur für Habanos in der Schweiz war weisst du oder? Und warum die Säuberli es nicht mehr ist auch?

    Mir sieht das ganze mit den Habanos-Spezialisten und mit der garantierten Echtheit der Zigarren eher nach einem kämpfen der Intertabak aus. Bedenkt mann dass die Importe von kubanischen Zigarren nur mit 20% von der Intertabak gedekt werden, so frage ich mich, was wohl der kubanische Staat mit den anderen Prozenzten macht. Anscheinend ist die zur Öttinger Imex Gruppe gehörende Säuberli AG nun doch nicht so klein.

    Dieses neue Siegel bringt also nur etwas wenn man nicht gefälschte Strassenware kaufen möchte. Die Habanos werden alle aus den selben Zwischenlagern via den selben Flughafen in die weite Welt versendet. Die Mittelsmänner welche die Zigarren an alle andern offiziellen Importeure in der Schweiz senden, stehen erst nach den Lagern. Die Zigarren sind also dieselben und der kubanische Staat würde sich warscheinlich nicht mit dem Umsatz unseres Generalimporteurs zufrieden geben. Warum also nicht die Zigarren weiterhin mit dem neuen Siegel ganz offiziell aus Kuba exportieren?

    Ich möchte hier klarstellen dass ich ebenfalls auf der Seite der echten kubanischen Zigarre stehe und Fälschungen nicht begrüsse. Direktimport ist jedoch in Ordnung wenn die Firma eine gewisse Grösse hat und die Lieferanten regelmässig unter die Lupe nimmt. Ist jedoch der „Importeur“ vor 5 Jahren auf kuba in den Ferien gewesen und hat per Zufall seinen Mittelsmann kennengelernt, so begrüsse ich dies nicht.

    Gruss

  2. Manuel Fröhlich www.premium-blog.ch

    Ich werde auf die Fragen gerne in den nächsten Tagen antworten. Hier und hier habe ich schon über das Thema geschrieben.

  3. Realist

    Ich hoffe, Du klärst Smoky dann auch gleich über die falschen Zahlen auf, die er verwendet (z.B. 20 Prozent Marktanteil Intertabak) 😉

  4. Smoky

    @Realist

    Versteh mich nicht falsch, aber ich denke dass diese Zahl stimmt. Ich habe nach der Quelle dieser Zahl gesucht jedoch vergebens. Gruss an meine bereits etwas grauen Hirnzellen..:-)
    Nun, falls ich falsch liege wird der prozentuale Anteil dennoch nicht viel höher, ich denke unter 50% liegen. Es gibt zu viele kleine Importeure plus die Säuberli welche hier dick im Geschäft drin ist.

    @Manuel

    Die neuen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Siegel sind durchaus ein gutes Mittel um gegen Fälschungen vor zu gehen. Nur frage ich mich ob diese Sicherheit wirklich gegeben ist.

    Importiert nun also ein so von dir genannter Grauimporteur die Waren in die Schweiz, so ist mit dem Siegel auf der Kiste die Rückverfolgbarkeit gewährleistet. Ohne das Siegel findet die Kiste erst gar keinen neuen Besitzer.
    Wird also die Herkunft der Kiste zurückverfolgt können zwei Dinge geschehen: Zum einen kann der Weg im Nirgendwo enden, der Importeur hätte dann wohl zu letzten Mal importiert. Andererseits findet die Rückverfolgung bis hin zur Manufaktur statt und die Zigarren sollten echt sein. Dies würde dann den Grauimporteuren in ein gutes Licht stellen.

    Sind die Zigarren aber nur wegen dem Siegel echt? Ich denke wir alle wissen welche Merkmale eine Kiste Habanos besitzen muss und woher sie stammen sollte um echt zu sein. Landen die neuen (originalen) Siegel, welche bestimmt einen Weg aus der Manufaktur finden werden, also auf gefälschter Ware, so kommt mal wieder unser Auge und der Verstand zum Zuge. Diese Ware sollte ja eigentlich dann echt sein mit einem originalen Siegel wenn die Manufaktur bestimmt werden kann.
    Falls wir also echte Kisten mit allen Siegeln und einem sauberen Weg in die Hände bekommen, die Ware in der Kiste aber nichts wert ist, dann hätten wir das Geschenk. Wir würden Originale Fälschungen paffen..

    Klar kann man hier nun sagen: „Geh zum Habanos-Spezialisten, da hast du die Garantie!“ Wer aber, von uns allen, kauft seine kubanischen Lieblinge ausschliesslich beim Spezialisten und nicht auch im normalen Fachhandel? Ist ein „Tabakfass“, ein „Dürr“ sowie ein „Schwarzenbach“ kein seriöser Fachhändler? Werden im Fachhandel nicht auch Habanos mit dem neuen Siegel über den Tisch gehen ohne dass diese von der Intertabak stammen?

    Was zum Schluss bleibt ist, dass wir weiterhin ein offenes Auge haben sollten wenn es um Habanos geht. Eine Kiste die alle Siegel am rechten Ort hat und die Zigarren so aussehen wie sie sollten, werden wir weiterhin an dem Ort an welchem es uns am besten liegt kaufen.

    Gruss

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