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Smoking at Jimmy’s

«New York, New York» spielt der junge Pianist, und die Glasfront des beleuchteten Humidors schräg gegenüber gibt den Blick frei auf edle honigbraune Zigarren. Hinein kommt man per Klingeldruck. Wohlvertraute Gäste erhalten auch schon mal einen Schlüssel. Andrés Amador, seit 30 Jahren Bar-Chef, hat den Überblick. Er kennt seine Gäste, kennt ihre Geschichten.

Die Passage stammt aus einem Artikel der Frankfurter Neuen Presse mit dem Titel «Wie eine Bar zur In-Bar wird». Wer also in Frankfurt ein adäquates Smoking-Setting sucht, sollte es bei «Jimmy’s» im «Hessischer Hof» versuchen.


Printausgabe vom 08.06.2005
Wie eine Bar zur In-Bar wird
Von Annette Wollenhaupt

Nur ein paar Treppenstufen aus weißem Marmor geht es hinunter, schon taucht der Gast in eine andere Welt ein. Eine Welt, die an alte Hollywood-Filme erinnert. «Jimmy’s» , die im britischen Stil gehaltene klassische Cocktailbar im Nobelhotel «Hessischer Hof» vis-à-vis des Frankfurter Messegeländes, hätte vermutlich auch Humphrey Bogart und Katherine Hepburn gefallen. Die Wände wurden mit gekalktem Eichenholz verkleidet, von der Decke schimmert Blattgold, die Sessel aus weichem weinroten Leder stehen auf kostbaren schall-schluckenden Teppichen, die der anglophile Landgraf von Hessen, Eigentümer des Hauses, extra für die Bar anfertigen ließ.

«New York, New York» spielt der junge Pianist, und die Glasfront des beleuchteten Humidors schräg gegenüber gibt den Blick frei auf edle honigbraune Zigarren. Hinein kommt man per Klingeldruck. Wohlvertraute Gäste erhalten auch schon mal einen Schlüssel. Andrés Amador, seit 30 Jahren Bar-Chef, hat den Überblick. Er kennt seine Gäste, kennt ihre Geschichten.

Wer hoch hinaus will, sucht die «Main Tower Bar» im 53. Stock des gleichnamigen Hochhauses auf. Schwindelfrei sollte man allerdings schon sein bei 200 Metern Höhe und Rundum-Fenstern, die vom Boden bis zur Decke reichen. Die Möblierung ist von schlichter Eleganz, der besondere Clou: Die Theke ist thermosensibel und verändert bei jeder Berührung ihre Farbe. Die Bar öffnet ungewöhnlich früh, bereits um 17.30 Uhr. In den ersten Stunden kommen vor allem Touristen, Menschen auf Durchreise, die sich Frankfurt aus der Vogelperspektive anschauen wollen. Zu späterer Stunde funkelt Frankfurt in der Dunkelheit als Lichter-Stadt.

Gil Anine Kegel arbeitet als Barfrau im Main Tower. «Manchmal», sagt sie, «wenn es draußen sehr stürmt, dann rutschen auch schon mal Bestecke vom Tisch und die Deckenlampen schwingen.» Mit Barkeeper Arturo Columbo (63) hat sie einen Könner an ihrer Seite. Dreimal war er Regionalmeister, zweimal schaffte er den zweiten Platz in der Deutschen Meisterschaft.

Nicht wenige Bars liegen eher versteckt, dort, wo man sie nicht unbedingt erwartet. Das «Jazil» mit Domizil an der Staufenmauer zählt zu ihnen. Fabio Bellomo ist hier der Chef. Wie es der Name der Bar schon vermuten lässt, hat der junge Mann mit italienischen Wurzeln ein Faible für Jazz und brasilianische Musik. Im Sommer steht eine große Terrasse zur Verfügung. Ansonsten macht man es sich auf kleinen bor-deauxroten Kunstlederhockern bequem, die den Charme von Kinderstühlen haben. Klein und niedrig sind auch die cremefarbenen abgerundeten Tische. Dezenter Retro-Look zeichnet das Interieur aus.

Das «Jazil» zählt zu den besonders beliebten Bars. Eine In-Bar ist sie dennoch nicht. Was eine solche auszeichne? «Die Szene», sagt Bellomo. «Das schicke Frankfurt, das sich zeigen will und die Bar als Laufsteg nutzt.» Wer Promis wie Jennifer Lopez, Mick Jagger oder Puff Daddysehen möchte , der sollte Bars wie das «Micro» in DJ Sven Väths «Cocoon Club», das «Unity», die «Studio Bar» oder den «King Kamehameha Club» in der trendigen Hanauer Landstraße aufsuchen.

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